Whats Apps(t) du schon, oder lebst du noch?

Kennen Sie den?

„Treffen sich 2 Menschen im Cafe und nur einer hat Whats App?“

Nein? Tja, dann gehts ihnen nicht wie mir. Wer nach dem Mega Deal, als Whats App für 1 Fantastiliarde den Besitzer wechselte, die ersten Tage den Dienst nutzen wollte hatte Pech. Whats App war gestört oder ihre Nutzer oder der neue Besitzer und ihre connecteten Probanden. Sie marodierten auf der Datenautobahn zwischen 0 und 1. Ein kostenfreier Zugang zu Freund und Feind war verschnupft und hatte sich zwischen Zweck und Nutzen einen grippalen Infarkt eingefangen.

Ein Leben ohne Whats App?, titelte zwar kein Medium, aber diese Zäsur drohte tatsächlich wie eine Tsunami ihre Patienten pandemisch zu überrollen. Wer in dieser Welt der vielen Worte ohne häufig ein elementares Wort zu sagen nicht valid ist, also diesen Dienst weder nutzen kann noch möchte, ist stigmatisiert. Dies erinnert frappierend  an sehr düstere dunkeldeutsche Zeiten. Der Nichtnutzer wird zum Opfa, zum invaliden Krüppel, der entweder abgewertet oder wenigstens kritisch betrachtet wird.

Ein Menschenwesen ohne……….WHATS APP?!?!?!?

Wasn das fürn komischer Vogel?

Tja, schaut mich an, der komische Vogel, der sich häufig aus der Welt gefallen fühlt sitzt im Datenstrom zwischen 0 und 1 und schreibt gerade diese inhaltsvollen Worte. Es ist weder sich „besonders fühlen“, noch Rebellion, noch in der Pubertät steckender Erwachsener.

Schlicht und Ergreifend:

Mein oller Blackberry Klon für Arme kann es einfach nicht!!

Aber ich gebe zu, um jetzt meinen allerliebsten Konjunktiv allen um die Ohren zu schlagen: Könnte es mein Telefon ich würde es nicht nutzen, weil es für mich der Untergang der wertvollen Sprachästhetik ist und es noch leichter scheint Schwachsinn gegen/für Schwachsinn zu tauschen. War in den Anfangszeiten der Kurzmittteilungen, damals als dat noch Pinunse kostete, mein Gegenüber noch Mensch der sprachlich respektiert wurde, so wird jetzt die wertlose Kommunikation zu Lala,Tintin und blauem Sekundenkleber.  Alles was ich niemals sagen wollte, wird jetzt gesagt. Selfies werden verschickt, Buchstaben vergewaltigt und werte Wörter durch Abkürzungen erschlagen und alle so……Ha..Ha..Ha.

Vorher war es schon egozentrisch,  jetzt ist es der perfekteste Nährboden für Egoisten und ihrer Performance; egal ob Heidi für sie ein Bild hat oder nur einen Arschtritt in die Eier. Statistisch führen soziale Netzwerke zu Neid und Missgunst. Der Unwichtige wird unwichtiger, der Pseudo-Promi, Pseudo Prominenter, das graue Mäuschen schwarz.

Soziale Netzwerke sind in ihrer Grausamkeit eiskalt. Hier überlebt nur der stärkste Selfiest, nur der mit der größten Egomanen Klatsche. Der, der sich ins rechte Licht rückt, dabei geistig links ist und gleichzeitig über eine rote Ampel geradeaus fährt. Wer irgendwann seinem Psychiater seine Leidensgeschichte erzählt, wird nicht mit Vater,Mutter oder bösem Nachbarsjungen mit langem Pimmel beginnen; er wird erzählen wie es sich anfühlt, in einer Gruppe von Millionen von Menschen der Einzige ohne Sonnenbrand zu sein, der Einzige ohne Selfiepromis, der Einzige ohne einen Rucksack volle Angabe, vielleicht der Einzige mit Hingabe und noch einer halben Tasse Gesundheit im Gepäck.

Aber das wird er nicht fühlen. Er wird fühlen, dass sein erbärmliches Leben vielleicht keine Sau interessiert. Seine Liebe zum Wind der durch Haare weht. Seine Liebe zum knistern des Schnees unter Schuhsohlen; seiner Liebe zu diesem kleinen Leberfleck auf der Wange seiner Liebsten, der immer so mitwackelt, wenn sie so wackelt und sich über seine früheren Ungeschicktheiten amüsiert. Und als sie ihn verließ, weil er kein WhatsApp nutzte und dabei sagte „Freak“, fühlte er sich voll und gleichzeitig unfassbar leer.

Und er schwor: „ihr, werdet mich nur post Mortem bekommen“. Steckt mir dann ein Smartphone in die Gesäßtasche, fackelt meinen nutzlosen Körper ab und verstreut die Asche über Zuckerberg. Aber gleichzeitig war ihm klar, dass auch dies niemand bemerken würde, weil niemand hinschaut, weil jeder wegschaut, weil alle auf einen Bildschirm schauen und weil alle soooo lachen und keiner einen schönen Leberfleck hat, der so wackelt, wenn sie so wackelt.

Weil keiner bemerkt, wenn er sich dann aus dem Leben schießt, außer er macht kurz vor dem Zug noch einen Selfie….und alle so….Lach…Lach…Lach!

 

geehrt

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