Der Hass im Internet eskaliert – Facebook & Co

Als ich Ende der 90er Jahre mit meinem 56k Modem meines Dreamcast’s online ging und die Übertragungsrate gleich einem Schneckenrennen unter Steinen entsprach, war die bunte Welt des Neuen spannend und lehrreich.

Danach folgten Lehrjahre. Wikipedia eroberte die Bücherwand der Goldrand gebunden Brockhaus Ausgabe. Soziale Netzwerke boten Interessensgruppen, wo sich Hamster oder Wellensittich oder Tauben Besitzer über ihre Schätze austauschten. Videospielnerds teilten ihre Sammlungen und ihre Begeisterung für neue Konsolen oder Software.

Und die ersten Liveticker im Nanosekundenbereich boten Flirtmöglichkeiten, wie ein Flußdiagramm der Chaostheorie.

Alles und jedes wurde wie im Klarleben gefeiert und selten kritisch hinterfragt. Es war eine bunte Einhornblase an Möglichkeiten und Phantastereien.

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Wann genau die Stimmung umschlug und wer dafür verantwortlich ist, kann ich weder eruieren noch belegen. Sehr wohl folgte im lauf der Jahrzehnte das Internet einem Sinneswandel.

Was vorher gefeiert und geliebt wurde, war jetzt der versiffte lichtdurchflutete Boden einer Restefick Teenager Party. Was vorher unter buntem Stroposcop verloren ging, wurde jetzt aus kleinsten Ecken ausgegraben und zu Schau gestellt. Und alles was vorher so schön und bunt und heimelig illuminiert wirkte,  schien jetzt Betongrau oder Schwarz&Schwarz.

Dabei ging es schon lange nicht mehr um Inhalte. Reduziert auf’s kleinste Genom, galt es die Meinung seines Gegenübers zu bekämpfen und seine Lautsprache auch tatsächlich Laut aus zu drücken, wie ein Mitesser in einer fremdsprachlichen Kantina.

Aus Liebe wurde Hass. Aus Verständnis, Intoleranz. Aus Humanismus, Misanthropie.

Parallel dazu entwickelte sich eine andere Bewegung, die ich „Sozial Media Narzissten“ nenne.

Sie teilen und teilten alles, was sich auf Status und Realitätsverschiebung reimt. Jedes Fünkchen Intimität, was zum angeben liked, wird in sozialen Netzwerken tausendfach kommuniziert, besser monologisiert, da es ihnen nicht um Wertegemeinschaft und Vision geht, sondern um generierten Neid und Einsamkeit.

Diese diametrale Beziehung führt wiederum dazu, dass diejenigen, die ohne Menschenliebe leben, einer Objektifizierung (Gegenstandsliebe) verfallen oder sich umbringen. Greift man ihre (Objektifizierer) Produkte (Apple, Kleidung, TV, Auto, Partei, Lebenseinstellung, Urlaub, Spielkonsole…) an, werden sie aus dieser geistigen hormonellen Einschränkung keine objektiven Schlüsse mehr ziehen, sondern wie in einem Verliebtheitsmodus,  ihr Männchen oder und ihr Weibchen ohne Sinn und Verstand verteidigen.

Von außen betrachtet kann man nur schlussfolgernd  sagen:

„Ihr werdet nicht geliebt undoder habt Langeweile.“

Würde diesen Schwachsinn ein 6jähriges Mädchen mit Hirntumor auf einer Palliativstation hören, sie hätte allen guten Grund sich für euch zu schämen oder zu weinen oder zu sterben.

Diese Welt, in der nicht mehr die Nähe zählt, sondern nur noch die Weite. In der nicht mehr das miteinander zählt, sondern nur das dagegen und in einer Welt wo man sich nicht einfach freuen kann, ohne andere zu beschämen ist nichts weiter als ein Zerrbild einer humanen liebenden Welt.

Mir persönlich würde es im Traum nicht einfallen, in Liebesdingen undoder im Schmerz Haft em, die imaginäre Welt zu informieren. Von mir – wird man dies nur außerhalb der Matrix erfahren.

Sehr wohl ist „Haters gonna Hate“ leider ansteckend, d’rum werfe jedes gefühlte Opfer den ersten Stein.

Mit grauen schaue ich in diese Zukunft der Fakeaccounts, perfekten Profilbildern oder geschönten Lebensläufen. Die Matrix ist schon länger existent als der Filmstreifen von ’89 und sie heißt Internet.

Wo ich mein bescheidenes belangloses Echtzeitleben ablegen kann, wie einen schmierigen Lumpen, neben St. Martin. Eine Kumulation von virtuellen BitsundByte Ereignissen, die sofort unwiderruflich ohne Strom im Nirvana der Datenkraken und Autobahnen flüchtig wie Benzin verdampft.

Eine Scheinexistenz, ein Proxy, ein Proxy eines Proxy eines Proxys in Surrogates.

In der Geschichte ein bleibendes unsichtbares Lesezeichen oder Eselsohr und sonst nichts…

…aber immerhin nichts, besser als nie nichts gewesen…

…besser als niemand jemals liebendes gewesen, dann doch lieber jemand, der wenigstens verbrannte Erde hinterließ…

…wenigstens dies und auch hierfür wird sich wieder ein Trottel finden, der diesen Kommentar liked, weil eines kann man sich immer zu 100 Prozent sicher sein:

Die Verblödung der Menscheit ist eine nach unten offene Richterskala und die Schwachsinnigen sterben niemals aus, Aus!

 

geehrt

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