Tanzmusik ist tot oder ein Zombie hing am Glockenseil, der Nachruf

Sie ist gestern in meinen Armen gestorben und man kann ihr nur einen Nachruf widmen, der Milchbar oder Tanzmusik.

Als sich der kleine grüne Kaktus in die Lenden von Elvis, the King, Presley verlief und die Methodisten „Verbrennt es“ schrieen, zeichnete sich schon eine zensierte Version einer zukünftigen Zäsur ab.

Im Laufe der Jahrzehnte, über die diametrale Beziehung zwischen Kitsch und Punk, Beatles und Stones, hin zu der genderfreien sexualausschweifenden Club 54 Poppers Gay Bewegung, mit ihren Countertenor- und Verdopplungsstimmen, über ABBA und der Zauberstab, der dir seine Liebe zeigt, fand schon die Eurodance Szene am Rande eines luftleeren Orbits statt.

Rhythm war leider kein Dancer, aber am Synthie Pop Korg schnell auf D Mop gedreht und von Aciiid übers Dorian Grey, House Sound of Chicago „Housenation“ mit einem Sonnenuntergang in den Studiolaboren von Bohlen, Brust oder Keule und Rammstein (Verschwörungstheorie).

Wobei wir eine Epoche ausklammern können, die wirklich Fundament bot, nur leider in der klassischen Ballade der klebrigen Nightwishes und 50Shades und Gregorian Singer und Vanessa Maes unterging.

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Ramstein, Aphex Twins, The Prodigy… füllten den luftleeren Raum mit Kunst. Kunstvideoproduktionen, Kunsttexte, die Kunst des „Agent Provocateurs“.

Als sich der fantastische Videoproduzent Chris Cunningham in Aphex Twins „Come to Daddy“ vermultiplizierte, daneben Ramstein mit „Pussy“ihaveadigga die komplette Entmenschlichung der Pornoindustrie entblößte und nur noch auf Redtube auffindbar wurde, parallel Prodigy mit „Babys got a temper“ die beste erotisierende Milchproduktion am lebenden Euter drehte (Schrill, wehtuend, polarisierend), wehte schon der längst vergessene Wind von ‚Wo sind all die Indianer hin‘ durch die Zwangsgebührenanstalten  und schunkelten sich im 2/4 oder 4/4 Takt zur eigenen „Sie liebt den DJ“ Geilheit.

Und genau dort sind wir nach unserer Zeitreise durch den Fluxkompensator.

Nur um mal einige Beispiele abzuliefern:

Guetta, One Republic, Dark Tenor, Silbereisen, Garret und zum Glück nicht noch mehr das Schunkelblümchen Rieu, mit der längsten Maxi nach Modern Talking. Plastikmenschen Plastikmusik…

Anekdote: „Ich lernte ich Madeira eine Dame kennen, die im Ensemble des Kölner Philharmonie Staatsorchesters, Geige  spielte. Die Schwester von Rieu war dort auch als Violinistin tätig und er, André, spielte so furchtbar schlecht vor, dass man ihn nicht nahm. Danke, ihr hättet uns einiges ersparen können.

Und jetzt schunkel schunkel schunkel schunkel ich wieder hin und auch zurück, bis zum Firmament und Himmelsglück.

Musik ab den 2010er Jahren ist in der Aufmerksamkeitsblase Trash. Billigste Melodien und Akkorde, die sich immer auf klatschen und Stumpfsinn wie ein Reimemonster, Reimen, tun,tut.

Wie ein intelligenter Mensch auf die Idee kommt, bei Klassik rhythmisch debil zu klatschen, kann nur einen an selbiger haben.

Musik was my First Love and IT Will Be James Last

Die Musikindustrie ist nur noch ein Müllmultimilliarden Deal ohne den Dealerbutton. Ein einarmiger Bandit ohne Arm, wo zwar niemand mehr verdient, weil alle nur noch ohne schlechtes Gewissen raubkopieren, aber auch niemand mehr Bildung über Musik verkörpert.

Jetzt höre ich die Klassenstreber marodieren:

„Stimmt doch gar nicht, Musik lebt“

Aparat, Björk, Alin Coen, Balbina, Lamontagne, LangLang, Evgeni Kissin, TVNoir, L.O.T, Bandbreite, Moriz Krämer, Stoffer Maskinnen, AnnenMayKantereit, Max Prosa, Badi Assad, Silje Nergaard, Jason Mraz, Rodrigo y Gabriela, Raised by Swans, Moralez, Archive, Bodi Bill, Klingande, Röyksopp, Kleerup, Olafur Arnalds, Bonobo, Chili Gonzales, Aimee Mann, Oncle Ben oder wenigstens wieder Elvis.

Als der über den Knast sang, reiste er wahrscheinlich persönlich in der Zeit ins Jahr 2016, schaute sich die Musikindustrie der EinaugenzeigermitderHand an und schrieb Jailhouse Rock.

„Nä Jungs, Mädels und die anderen 70 Geschlechter is‘ vorbei; hier euer Apfel und jetzt bitte alle Eins Zwei Drei Eins Zwei drei Disco…fox…Disco…fox.

Wobei ich mich bei diesem Horror schon seit Gründung meiner Zirbeldrüse frage, wieso ein so schlaues Tier, wie Gevatter Fuchs, für diese Spassmen auf der Tanzfläche herhalten mußte.

Ich glaube André Rieu kennt die Antwort.

Eins Zwei Drei, Eins Zwei drei….Disco fox…Disco fox…

 

 

geehrt

Kopfgrippe

 

 

 

 

 

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