“Lügenpresse“, “Lügenfresse“

Über die absonderliche Art wie mit der Presse umgegangen wird und die Presse mit ihren Lesern umgeht, wollte ich schon immer mal was schreiben.

Ich persönlich bin da wie ein Hybridwagen. Einerseits schreibt die Presse über mich:

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andererseits bin ich selbst Presse:

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Das führt dann zuweilen zu wirklich merkwürdigen und brenzligen Situationen. Grundsätzlich sollte oder muß ich aufpassen, was ich wie und wann sage, jedoch trage ich in mir diesen Freelance Redakteursstempel, der mir einfach bestimmte Statements erlaubt, die ein Angestellter-Journalist nicht sagen dürfte.

Diese Grenze ist allerdings verschwindend gering. Ich bewege mich auf sehr dünnem Eis. Als ich mich zur heiklen Diskussion ‚Bürgerwehr‘ zu Wort meldete, wurde ich ohne Begründung oder eine Handlung meinerseits, als Gründer der Neusser Bürgerwehr bezeichnet. Telefonisch stand ich dann unserem Bürgermeister Rede und Antwort.

Sagte jedes Interview bis auf Eines ab und die Situation war nur einen Funkenflug von Glatze entfernt. ‚N Typ der mit einer ägyptischen Frau verheiratet war und mehr ausländische als deutsche Freunde hat wird stigmatisiert, da brannten Sicherungen durch und du wirst zum Globuli Erklärbär.

Falls wir als über Demokratie der Sprache sprechen, alles, ist nicht legitimiert.

Ich sitze immer zwischen den Stühlen der wirklich vortrefflich gut recherchierten investigativen Journalisten und dem Niveau der BILD, zwischen bösem und gutem Ausländer, je nach Tageszeit.

In Gruppen ist man als Journalist immer der Feind und nur ein einziges Mal, erlebte ich eine schriftliche Entschuldigung für diesen ‚Lügenpresse‘ Stempel, der zuweilen nach Kristallnacht riecht. Da allerdings wurde ich direkt zum Administrator einer Gruppe mit über 5000 Mitgliedern gemacht, obwohl ich’s nich wollte. Ähnliche Konfusion wie die Bürgerwehr Aktion; humans are strange

Du stehst irgendwann an der Wand und versuchst nur noch die Einschlaglöcher mit den Händen zu stopfen, anstatt zielführende Strategien zu entwickeln.

Die Essenz ist immer die fehlende Schweiz, das bin ich. Die Dinge in Ruhe betrachten, für und wieder abwägen. Im elektrischen Reporter stand vor vielen Jahren ‚Jedermann sollte sein eigener Journalist werden‘.

Selber recherchieren, zuhören, eigene Ansichten reflektieren, offen neue Aspekte zulassen. Grundsätzlich schafft dass jeder über IQ Teppichhöhe.

Der Job des Journalisten hatte noch nie in seiner Geschichte solch‘ einen Bad Boy Ruf. Es wird fast nichts mehr geglaubt und ich verstehe diese Haltung, weil sie nicht ungerechtfertigt sind. Sehr wohl ist es im Leben nie eine kluge Entscheidung, Dinge naiv einseitig zu betrachten und Menschen zu verurteilen.

Da wären wir wieder bei jeder Gruppe von Hautfarben, Religionen oder Parteibüchern. Jeder ist es Wert genauer hin zu schauen und zuweilen ist die Erbse auch ne Perle, dafür braucht es keine Prinzessin mit 72 Matratzen.

 

geehrt

Kopfgrippe

 

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