Mein prominentes Leben als Pate von Neuss

Es gibt viele Dinge die ich im Leben bedauerlich und sonderbar fand:

.das ich als Kind kein Waldmeisterkonzentrat bekam

.warum “komm nachhause wenn das Licht angeht“ im Sommer nicht galt

.wieso alle Peter, Jörg, Markus, Stephan, Michael hießen, außer ich.

.oder warum niemals in jedem 7 Ei eine Figur war, niemals nie.

Gut, jetzt sind das nicht die Fragen, die sich Pol Pot, Talat Pasha,Kim Jong Il, Cäsar, Napoleon oder Stalin fragten, aber für so’n Further Kurzen war das schon ein ganzes Pangäa.

Heutzutage, ist es eher der Umgang mit einem Menschen, der mal mehr mal weniger in Kameras grinst. Vor 5 Jahren, als ich noch sexy, berühmt und erfolgreich war, wurde ich von einem Autogrammjäger, nach selbigem gefragt, nein, keine Rotwildfrage. Ich schaute augenscheinlich wie diese Polysterpuppen, wo man am Arsch drückt und die Pressluft die Augen 3 Meter aus der Fontanella jagt.

“Mich, meinst du…mich?!?!“

Gut is jetzt eh vorbei, als schlechte Kopie des Horst Schlämer Assistenten fürs Grevenbroicher Tageblatt, bin ich nur noch grau anstatt Grace Kelly blond.

Jedoch erlebe ich heutzutage immer noch, aufgrund meiner unbekannten großen Verdienste an der Menschheit, welcher? aller!, merkwürdige Charakterzüge meiner Steh- oder Sitznachbarn.

Aktuell “habe“ ich ne Charity Aktion. Bin Lesementor der Werhahnstiftung und baue an einer Grundschule die Bibliothek mit auf, egal jetzt, n anderes mal. Zumindest sammle ich Bücher und übergab die erste fuhre, 280plus, offiziell an die Schuldirektorin mit so Pressegrinsebildchen. Ich teile dies auf Facebook und bitte um Bücherspenden, da die Schule einen sehr hohen Migrationsanteil hat, viele Inklusionskids und Spenden braucht und es läuft halt weiter.

Mir werden also Bücher auch nach Hause gebracht und dieser Moment, wenn unbekannte Menschen vor einem stehen und man, ich, auf einmal aus der Virtualität in die Realität stampfe, wirkt anscheinend befremdlich. So befremdlich, dass mein Gegenüber häufig unsicher wird. Gut, dies habe ich auch in anderen Situation, wo man denkt die Quatschtante ist in echt nich so wie da am Phone oder mit Buchstaben, jedoch wirkt es anders bizarr. So bizarr, dass mich die Unsicherheit meines Gegenübers selbst verunsichert. Wie ein Glyphosat Doppelwhopper.

Was geht in diesen Köpfen vor, denken sie, aufpassen, auf jedes Wort? Der filetiert und scannt dich und prägt dich dann als 9 Nadeldruck ans Rever?

Dann wiederum grüßen dich irgendwelche Wildfremden und du denkst sofort an den Demenzuhrentest.

In solchen Momenten, beschäftigst du dich mit der Idee, stell dir mal vor, du bist wirklich irgendwann zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort, also nicht bei den Botoxspritzen der Bundesvolleyballmeisterschaft auf Pro7 sondern, da im Fernsehen, auf Arte oder 3Sat.

Als ich Radiosendungen für mein Kulturmag RadioNE produzierte und ich mich selbst in der Moderation im Radio hörte, (Wer Bock hat, kann mal in unsere erste Sendung reinhören, als Snippet (ohne Gema Musik) sind noch n paar andere Sendungen bei Soundcloud on:)

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…da war das schon so, so’n bisschen wie berühmt sein. Der kleine Mann macht Karriere am Standort Neuss.

Aber dieses Gefühl des, berühmt sein, wich sehr schnell diesem Gefühl von beobachtet sein. Ein Nasenpopler von Jogi, the NiveaSchal, Löw, kann Karrieren zerstören. Grausam, diese Öffentlichkeit. Und als ich diese Anfragen wegen der Bürgerwehr hatte und ich wußte, ich kann mich ausdrücken und könnte eine Leitfigur einer Bewegung werden, bekam ich erstens wegen dessen Inhalt aber auch wegen der Sogkraft Muffensausbauchschmerzen. Ich gab trotz Anfragen nicht ein einziges Interview mehr.

Ich bin gerne unbedeutend sehr gerne, gut, Künstler leben monetär halt immer an der Grenze zur Obdachlosigkeit aber is Okay. Bin fitt wie ein Turnschuh, nehm no Drugs, alles töfte.

Als Kind fand ich berühmte Menschen auch schon nicht besonders wichtig, auch als Jugendlicher oder Jungerwachsener. Als ich mit 18 im Checkers, wo die Schiffer entdeckt wurde, neben Don Johnson saß und er das Claudia wegflexte (die ich vorher für meine Hommies ansprach), wäre es für mich undenkbar gewesen, nach einem Autogramm zu fragen, obwohl ich Miami Vice liebte.

Ich bewundere Fähigkeiten, da ist mir aber egal ob mein Gegenüber ‚Karl‘ oder ‚der Große‘ heißt. Menschsein, Neusser sind bodenständig wie Ruhrpöttler. “Komm ma bei die Kopfgrippe bei misch bei“

Falls also jemand da draußen an den Kanälen diesen unabdingbaren Wunsch nach telegenem Erfolg hegt, lasst es. Es kostet seinen Preis und im schlimmsten Fall eure Seele. Schaut euch die ganzen Z Promis an und glaubt mir, viele überleben ohne weißes Pulver in Nasen nicht. Ich habe Einblicke in diese Unterwelt, die nur von außen so verheißungsvoll wirkt wie ein 365 Tage dauernder AI Ronbinsoncluburlaub.

Bleibt bescheiden und mir gewogen. “Gmeinsam schaffen wir das“, ihre Hamburg Manheimer…mehr vom…Leben…

geehrt

Kopfgrippe

 

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