Ehrlich wehrt sich am längsten

Sobald es eine Möglichkeit gibt, sich über eine Person zu echauffieren, verlieren viele Menschen ihren Blick auf das eigene Spiegelbild.

Wir verlieren uns in Eitelkeit und Perfektionismus und gönnen und weiden uns am Imperfekt des Gegenübers.

Es ist ja angenehmer auf Andere zu zeigen, als eigene Schwächen zu Stärken zu wandeln oder sie als Teil eines selbst zu akzeptieren. Arbeit wollen wir nicht.

Neid, Eifersucht, Hass, Ekel, Wut.

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Wir sind auch schlechte Menschen, weil wir Menschen sind und keine Maschinen. Wir sind aber auch tolle Menschen.

Ich wünsche jedem der mal wieder eine Zielscheibe sucht, um seine Unzulänglichkeiten abzuarbeiten, Eingeständnisse.

Eingeständnisse, warum es mit dem Job, der Liebe, den Freunden oder dem Leben nicht klappt. Vielleicht seid ihr nicht ihr selbst, vielleicht verkauft ihr eine bessere Variante weil sie mehr Umsatz in jeglicher Hinsicht erzielt.

Es ist schmerzhaft, dies kenne ich, einfach mal sich selbst von allen Seiten zu betrachten, aber es führt auch zu Demut und vielleicht lernen Freunde eine ganz andere Seite von einem kennen, die zwar nicht Perfekt, aber authentisch ist.

Das man selbst mehr mittelmäßig und normal ist, als viele meinen. Das es auch anstrengend sein kann, wenn man Programme abruft, anstatt Gefühle.

Eventuell wird sich auch vieles verändern, eventuell auch gar nichts.

Wenn sich nichts verändert, während ihr mit dem Herz und nicht dem Verstand handelt, habt ihr vieles richtig gemacht, weil euer Umfeld euch erkannte, egal ob ihr eine Showbühne braucht, aus Angst, aus Unsicherheit, aus fehlendem Selbstwert.

Eine Rolle zu spielen schadet euch, weil ihr eurem Gegenüber nicht die Chance gebt, euch wirklich kennenzulernen. Einige können durch die Sprache hindurch sehen und erkennen wer man ist, viele nicht.

Es ist keine Schande sich als Durchschnitt zu empfinden, auch keine Schande mal nicht gesehen zu werden. Solange ihr fühlt, dass es sich richtig anfühlt, werdet ihr auch die richtigen Menschen treffen, die euch Wertschätzen, egal was eine Gesellschaft erwartet oder ihr von Euch.

Das Selbstbild kann sich gravierend vom Fremdbild unterscheiden und man hinterfragt, wieso jemand einem etwas zutraut, was man sich selbst niemals zutraute. Und es kann verärgern, weil man am liebsten mit einem Megaphon schreien würde “Warum seht ihr mich nicht“. Vielleicht würde das Gegenüber sagen “Weil du es nicht zeigst“.

Zeigt euer Gesicht, auch wenn ihr dadurch Schutz verliert. Es kann sich fremd anfühlen, ich denke aber es ist der richtige Weg, um sich selbst anzuerkennen, zu erkennen.

2 Gedanken zu “Ehrlich wehrt sich am längsten

  1. Wehrt sich ehrlich? Oder ehrt sich schwerlich?

    Am Ende findet sich der Weg in Ehrlichkeit und im Gestrüpp liegen die Masken. Die hübschen und schönen Idealbilder. Das Mittelmaß bleibt auf der Strecke, im wahrsten Sinne, auf der Strecke, nicht abseits vom Weg. Oder weg.

    Der Gedanke ist oft so groß, aber selten größer als die Bequemlichkeit.

    Schön, wieder von dir zu lesen.

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  2. Danke, ich lebe schwere Zeiten. Ich denke wir könnten da soulmates sein. Nur tief kann man sein, wenn man anfällig für Wellenbrecher ist, oder dies unfreiwillig erlebte.

    Sich selbst zu finden, hinter den Mustern und Vorstellungen ist meine Lebensaufgabe. Zerbrechlichkeit als keinen menschlichen Makel anzuerkennen ist nicht einfach in Zeiten gesellschaftlicher Konformität.

    Eigene Grenzen zu akzeptieren ist auch nicht leicht ohne Hinkebein und „nur“ mit einem Knacks im Kopf.

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