unterm Apfelbäumchen: der Traum, der Firmenficker, Frau Dings

Das Erlebnis von Gestern ist immer noch in meiner Hirnrinde, schaue auf das Apfelbäumchen neben der Parkbank und denke mir “du hast es gut“. Sehe jetzt, dass jemand dort mit einem Messer etwas einritzte. Ein Herz, ein Pfeil und zwei Namen. Boah, echt schwer zu entziffern die Namen. Gebe mir sichtlich Mühe und lese….

meinen Namen und den von…..WhasuZigi!!!!!

Der plötzlich neben mir steht und mich anschreit, nein anbellt. Ich verstehe kein Wort, sein bellen wird lauter und sein Gesicht ist direkt vor dem Meinen, als eine atemberaubend lange Zunge daraus hervorsticht und mir das komplette Gesicht ableckt.

Schrecke hoch und sehe die Zunge erneut neben meiner Gesichtshälfte, als Frau Dings “Aus!“ ruft. Der Hund nimmt Abstand, wedelt aber weiterhin erwartungsfroh mit seinem Schwanz. Versuche den Alptraum mit der Realität zu verknüpfen, misslingt. Ein Hund, WhasuZigi, Frau Dings und der Schwanz sind sogar für meine Asexualität zuviel.

“Hatten sie einen schlimmen Alptraum“, sagte Frau Dings kummervoll. Ich bin genervt und würde ihr gerne von den parallelen meines Traumes zum Liedtext der Ärzte von “Claudia hat ’nen Schäferhund“erzählen, würde aber erstens nicht stimmen und wäre zweitens unfair. Okay, beides ziemlich egal, wenn nicht die Gefahr bestünde, ihr Hund würde mich bei nächster Gelegenheit wieder ablecken, während sie auf das “Aus“ verzichtete.

“Danke der Nachfrage“, sage ich. “Es war tätsächlich mehr Grimm, als Märchen“ und hoffe, dass sie klug genug ist dieses Wortspiel zu verstehen. “Ja, aber………Die Gebrüder Grimm schrieben doch Märchen, also war es doch nicht so schlimm?“, intonierte sie irritiert.

Ihr Blick war priceless und ich geschlagen ; Schachmatt vor soviel einfältiger Blödheit “Stimmt“, sagte ich mit einem gequälten Grinsen. “Seien sie nicht so….Grimmig“, sagte sie nun, während sie lachte. Hat die mich schon wieder aufs Kreuz gelegt.

Als sich Frau Dings verabschiedet und während des verabschiedens süffisant lächelt, schaue ich ihr und dem Hund hinterher. Erst jetzt fällt mir der beachtliche Arsch auf. Komische Zucht, denke ich, vorne kurz, hinten breit.

Es war fast windstill und die Nebengeräusche des Verkehrs wurden leiser. Die letzten Pendler freuten sich auf ihr Abendessen, die Einen Zuhause, die Anderen im Büro.

‚Don’t fuck the company‘ fiel mir ins Hirn.

Diesen Satz muss ich immer wieder hervorkramen, wenn sich Menschen nicht unter Kontrolle haben und anstatt die 3 Milliarden Anderen der Erde zu knattern, genau den Einen aus der eigenen Firma (Kollegen, Chef, Pförtner) schnappen, nur um dann später ewig darüber zu heulen, dass es jetzt aus wäre und man Ihn jetzt doch dauernd sähe und wie schlimm dies doch wäre…

Und ich denke mir, dass es schon einen Kontrollknopf gibt, bevor man hormonschwanger auf alles springt was sich an- und ausziehen lässt. Komisch, mir, ist so was noch nie passiert, da bin ich betriebsblind oder einfach nur zu klug, da ich die folgen absehe. Gut, wenn die Kündigung eingereicht wurde, kann man schon mal die halbe Belegschaft durch den Putzraum jagen, aber vorher?

Ich atme tief die Ruhe des frühen Abends ein.

Ein Inlineskater skatet bedächtig an mir vorbei, schau instinktiv auf den Rasen und suche einen Stock. Haue mir virtuell auf die Finger und sage “Aus!!“

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