unterm Apfelbäumchen: die Matratze, die Regenwürmer, der Japaner

Toll, wenn man einen Regenschirm besitzt, während es wie aus Eimern aus dem Himmel regnet, also toll für die Anderen.

Die großen Tropfen klatschen auf die Parkbang (Insider, bitte alle Folgen ‚unterm Apfelbäumchen‘ in chronologischer Reihenfolge lesen) und den Geröllweg, bilden dabei kleine Pfützen, über unter und auf mir.

Überlege, wie ich mir die durchtränkte Trikotage schön rede und denke an meine Kindheit und den ersten Kurs ‚Was ist Was: Präzise Organtrennung für den jungen Forscher‘.

Warum Regenwürmer wenn man sie spaltet, in 2 unterschiedliche Richtungen weiterlaufen ist ein Wunder der Natur, gestern und heute. Glaube, dass ich dies jetzt gern täte, nur ohne Regenwürmer, wobei ich mir auf beiden Seiten einen Abgrund wünschte. Daher kommt wohl der Ausdruck ‚gespaltene Persönlichkeit‘. Meine Final Destination Probanden haben Glück, weder Axt noch Abgründe greifbar. Höre ein schmatzendes Geräusch und schaue auf meine Sohle “halbe Familie Regenwurm ausgelöscht“. Fühle mich unbefriedigter als zuvor.

Denke darüber nach, was man nicht alles noch so spalten kann: das Tinder Date, den Baobab (zum protzen habe ich bei Wikipedia nach Baumrassen gesucht), das andere Tinder Date, Atome.

“Atome“, meine Augen leuchten, während ich hinter mir ein lautes röhren höre und sich am Himmel ein Atompilz ausbreitet. Sah im Fernseher immer mehr nach FullHd Effekt aus, dachte ich noch, so’ne atompilzige atomexplosionale Atomexplosion, bevor ich mir den Regenschmirfilm von der 8 Dioptrien Linse wischte. Ganz ehrlich, Flugzeug mit Werbebanner ist jetzt auch nicht soooo…ungeil…

Auf dem Banner steht… “WhasuZiggi liebt dich“ oder “Die Matratzenrevolution ‚Eva‘. 100 Tage testen und Geld zurück Garantie“. Ich entscheide mich gegen Adam. Erinnere mich an die Eva aus meiner Grundschulklasse und bin mir sicher, dass sie keine Matratze war, das kam später.

“100 Tage testen“ sinniere ich, der Matratzenmafia gehen die Kunden wohl flöten oder ist  es schon die sinkende Federkern Titanic? Zumindest scheinen Matratzen nicht mehr Deutschlands liebstes Kind zu sein, dabei lässt sich auf einem Smartphone äußerst schlecht schlafen, außer man hat Siri eingeschaltet und fragt nach dem nächsten Matratzengeschäft, weil man zulange den Homebutton drückte. Wenn man Glück hat ist im gleichen Haus auch noch ein Chiropraktiker.

Ob das Angebot der 100 Tage auch für Hugh Hefner gilt?, denke ich, bevor mir einfällt, dass der ja jetzt fast in Jopi Heesters Alter ist und eher den Tag damit verbringt, Zahlen in der richtigen Reihenfolge auf eine Kreisscheibe zu zeichnen.

Das Bannerflugzeug brummt von dannen und der Gedanke an Matratzen auch. Der Regen verstummte und wurde nur noch durch das leise plätschern von den Bäume vernommen, die nun die letzten Regentropfen gen Boden sandten.

Ein japanischer Touri kommt plötzlich auf mich zu und zeigt mir eine Stadtkarte. Augenscheinlich sucht er eine Sehenswürdigkeit. Woher ich das weiß? Schon mal einen Japaner ohne 30 Kameras um den Hals gesehen, der nur nach dem Weg ins örtliche Kino wollte??, ebent…

Der Japaner sagt “Entschuldigen sie, ich komme aus München und habe für ein halbes Jahr eine Gastprofessur an der hiesigen Universität, bevor ich wieder nach Peking fliege. Wären sie so freundlich und zeigten mir den Weg?“

Der Regen wurde stärker…

 

 

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