unterm Apfelbäumchen: die Scheisskinder, die Scheissmütter, der Südsudan

Die erste Zeit war es noch komisch, als mir fremde Männer auf meiner pinken Parkbank entgegenlächelten. Ich fragte mich, ob sie mit mir oder Ihr balzten? Beide Vorstellungen waren anal beklemmend. Also nicht falsch verstehen, ich gönne jedem Rittmeister seine rektale Goliath Champusflaschenentjungferung, aber bitte nicht mit mir und einem Paket Taschentücher neben dem Bett.

Fand es ja selber schade, dass mich andere Schwänze so abschreckten, wie Salzsäure, Kaninchen. (Nach dieser Metapher wurde mir schlecht, da ich hungrig wurde).

Neben mir spielten nun 4 Kinder, laut. Wieso müssen die immer so laut spielen? Waren alle ungefähr zwischen 2 und 2,5 Jahren. „Wieso müsst ihr eigentlich alle immer so laut spielen?“ schrie ich sie jetzt an. Die Helikoptermütter, die sich vorher angeregt über Einmalwindeln, Dinkelkäse und multiple Orgasmen [ein Punkt der drein ist gelogen] unterhielten, erschraken und schauten mich jetzt böse auf meiner pinken Parkbank an. Dachte durch die Farbe der Parkbank, wäre ich eher in der neutralen Zone für Weibchen, als mir einfiel, dass das keine Weibchen waren, sondern nur verkleidete Männer mit Brüsten.

“Hören sie mal“, rief eine der Matronen mit leichtem Oberlippenflaum zu mir rüber.

„Ich höre junger Mann“, rief ich zurück.

„Hast du das gehört Emma Charlotte, was ein unverschämter Typ“, rief jetzt die mit der besten Atemtechnik und den imposantesten Brüsten.

“Entschuldigung“, sagte ich jetzt zuvorkommend. „Können sie nicht dem jungen Mann, zeige jetzt auf den Oberlippenflaum, etwas von ihren Brüsten abgeben?“

Ruhe, die letzten 30 Minuten waren etwas turbulent. Hätte den Coming of age Ladies soviele Schimpftiraden gar nicht zugetraut. Die kleinen Kotzbrocken plärrten wie am Spieß und unter großem Gewese verließ der – Sex out of the city Tross -meine Wirkungsstädte.

Warum Menschen nicht friedlich sein können, fragte ich mich jetzt sehr besonnen. Hab den Kurzen doch lediglich eine berechtigte Frage gestellt. Wir leben schließlich in einer Welt voller Liebe und Harmonie, ohne zivilen Ungehorsam und antifaschistischer Denke. Ein Käuzchen ruft meinen Namen und bevor ich friedlich auf meiner pinken Parkbank langsam eindöse, erinnere ich mich an meine bevorstehende Reise in den Südsudan, ich lächle.

 

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