unterm Apfelbäumchen: von Pornografie, vom zuwenig zu viel lesen, von der alten Dame

Wusch, Wusch, Wusch..

Lehne mich nach hinten und zähle die Wolken, die sich langsam drapierend wie im Felde zusammenrotten und nun eine Melange aus gebundenen Wasserstoffmolekülen darbieten. Wird deren Mase schwerer und dadurch Anziehungskräften ausgesetzt, sinken sie in Form von Regentropfen oder Schneekristallen gen Boden. Sickern dort ein, verdampfen, widerstehen der Erdanziehungskraft und bilden in der Troposphäre wieder neue Wolken.

Schaue jetzt nach links zu der 70jährigen Dame mit üppiger Brust und ohne BH. Frage mich warum Gott den Satz “Gleiches Recht für Alle“ an dieser Stelle vergaß. Schaue an mir runter, auch da.

Die Dame lächelt mich freundlich an und wünscht mir einen “Guten Tag“. Sehr nett die Dame denke ich und wünsche ihr einen “BH“.

Nein, ich wünsche ihr natürlich auch einen schöne Tag und frage sie, was für ein Buch sie in der rechten Hand hält. Sie sagt “Javier Marias – Mein Herz so weiss“. Ich antworte: “Habe ich auch, noch nicht gelesen, aber in meinem Bücherschrank, auch dort noch nicht gelesen“.

Sie tadelnd: “Junger Man“ (feiste Lüge), dieses Buch ist ein Meisterwerk, sie müssen es lesen“.

Ich: “Ich lese sehr viel, glauben sie mir“

Sie: “Und bitte Was?“

Ich: “Menschen“

Sie: “Junger Mann (Lüge), ich bin 82 (die Gedanken über ihre Brust taten mit jetzt schon leid) und habe davon bestimmt 60 Jahre die Menschen studiert und wissen sie was?“

Ich: “Was?“

Sie schritt an mir vorbei, sagte kein Wort mehr, rotzte volle Schalotte auf den Boden und ging in Richtung Briefmarkengeschäft. Also nicht dieses Lady rotzen, wo man denkt, die Rotze landet 3Millimeter neben dem Austrittswinkel sondern DAS Rotzen, das auch einen birmanesischen König trifft, während der Rotzer noch im Libanon steht.

Schaute jetzt auf den Rotzfahnenglibber der sich langsam in die Erde verflüchtigte. Dachte an Aggregatzustände. Dachte an fest, flüssig, gasförmig und sehe vor meinem geistigen Auge diese feste, flüssige, gasförmige Masse in den Himmel steigen und sich mit anderen birmanesischen Rotzfahnen am Himmel vermengen und irgendwann auf mich herabregnen.

Wechsel jetzt nur zur Vorsicht die Parkbankseite.

(Bild: Ich, die ältere Dame, das Buch, Baum, Parkbank, Straße)

In der Summe hat sie aber schon Recht. Früher, da las ich jedes Buch, von Patrick Süßkind, war ein großer Fan von Kafka, nicht umsonst heißt meine Fotoseite im Internet ja auch photoesk (ungeschickte affiliate Werbung) und setzte mich auch an das Meisterwerk von Henry Miller, „Opus Pistorum“.

Jetzt folgt die Gebrauchsanleitung für Opus Pistorum die strikt einzuhalten ist, sonst müsste ich sehr streng ermahnen:

“Bitte erst mit ab 23 Jahren lesen und einen sehr offenen Geist für jedwede Form der Pornografie besitzen.“ Gebrauchsanleitung fertig.

Übrigens war Miller damals pleite und verkaufte einzelne Seiten für die Tagespresse, damit er was zu fressen hatte, erst später wurde es als Opus Pistorum, frei übersetzt: „perverse Scheisse“ gebunden; deshalb ist es eher eine Episoden Sexschlacht, als eine logisch strukturierte Handlungsebene, aber für Perverse wie mich und euch empfehlenswert.

Sinnloses clickbait Wissen, but true story:

Wenn Frauen früher unter Hysterie (Geilheit) litten, wurden sie von ihrem Mann zum Arzt geschickt, der sie mit der Hand befriedigte und zum Höhepunkt brachte, damit das Hauskätzchen wieder entspannt beim kochen schnurrt.

Nein ich empfehle Opus Pistorum doch nicht, da es eindeutig zu weit geht okay hier der Link: Opus Pistorum.

In solchen Momenten fehlt mir eindeutig whasuzigi’s Entscheidungsfreudigkeit, der würde es ohne viel Gelaber auf den Punkt bringen: „Öhohohöh Kartfl in das Buch fickt alles mit jedes egal von wo und wo und Hunt, Katsa, Mauhs,Tochta, Mutta oder…..Brudääääääää“.

Bin jetzt ganz feucht unter den Achselhöhlen.

Denke nun wieder an Javier Marias. Sein Buch wurde mir empfohlen, weil es angeblich das Goldstück der internationalen Belletristik darstellt. Denke jetzt an „Die Taube“ von Patrick Süßkind, denke an mich, denke an Parallelitäten des Lebens, denke an die Parkbank.

Die älter Dame kommt nun zurück aus Richtung Hauptstraße, die Hauptstraße mit dem Zebrastreifen, der abgeknickten Ampel und dem Philateliegeschäft in meine Richtung, bleibt erneut neben mir stehen und sagt:

„Entschuldigen sie junger Mann (Lüge), dass ich ihnen vorhin gar keine Antwort gab, ich bin manchmal einfach ein bisschen tüdelig und zerstreut.“

Ich lächle sie an und sage „Nicht schlimm meine Dame“, als sie mir erneut mit schmackes vor die Füße rotzt.

Ein leichter Furz, der auf eine deflorierte rektale Anhängerkupplung schließt, übertönt nun die Stille des Nichts, bevor die ältere Dame am Ende der Apfelbäumchenallee entschwindet.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.