unterm Apfelbäumchen: die Araber, die Nazis, die Juden, die Kinder

Sonne strahlt bedächtlich auf meine fein erwärmte Parkbank.

Whasuzigi war eben kurz da und wollte mir nur ein paar unverständliche Worte vorbeibringen die sich auf sein blaues Auge reimten. Hatte Mitleid,

als die ältere Dame mit den schweren Taschen an mir vorbeischritt. Ich fragte sie, ob ich ihr über den Zebrastreifen helfen sollte. Sie sagte „Unter Adolf hätte es das nicht gegeben“ und zeigt auf die spielenden arbischen Kinder hinter meiner Parkbank.

Die Kids fielen mir vorher gar nicht auf. Von hinten ist die Hautfarbe so selten vorhersehbar. Die Dame schaut jetzt so hasserfüllt, dass ich es bereute, nicht die blaue Träne des Bösen Blicks anzunehmen, die mir whasuzigi heute schenken wollte, gegen Geld.

Frage sie jetzt, ob sie AfD wählt, sie sagte entsetzt, nein „CSU“. Erinnere mich noch an eine CSU Podiumsdiskussion in einem bayuwarischen Inzest Dorf. Nicht dass ich jetzt parallelen zum Klu Klux Klan ziehen möchte, Gott bewahre. Diesen Schmutz würde keine Dusche abwaschen, also, kommt auf die Dusche an…

Die Kinder sprechen arabisch, während sie Fußball spielen, kein hoch-arabisch, dass kenne ich aus Ägypten, sondern ein Maghrib Staaten arabisch, mit einem leicht französischen Akzent. Sie sind fröhlich und ausgelassen. Drehe mich um, Kinder halt, überall gleich. Iran, Israel, Deutschland, Syrien, Irak, Indien, Korea, USA, gleich. Alle gleich.

Die Dame starrt weiter auf die Kinder.

„Entschuldigung“, sage ich und schenke ihr ein freundliches lächeln „Ich glaube ich kenne einen guten Witz“. Sie schaut irritiert.

“Kommt ein Jude zum Bauern und fragt: Kann ich hier Arbeiten?

Sagt der Bauer: Nein, wir heizen nur mit Holz.

Die Dame war entsetzt und fragte mich „was ich mir einbilde, so einen unverschämten Witz zu erzählen?“ Ach, sie können ruhig den Juden mit einem Araber ersetzen, sagte ich nicht, dachte ich.

Jedoch sagte ich, dass mir der Witz ein jüdischer Freund erzählte und zeigte auf die spielenden arabischen Kinder. Nicht, dass ich jetzt erwartet hätte, dass man leicht diese Metapher und den Bezug zu den Kindern verstand, aber, sie verstand, zumindest zeigte dies ihr beschämender Blick.

“Schauen sie mich an“, sage ich zu ihr im Pädagogik- Modus. „Sehe ICH, wie ein Mensch aus, der alle Menschen scheisse findet, sie hasst und am liebsten anzündet?“

“Ja“, sagt sie nüchtern und geht weiter.

Als sie den Zebrastreifen überquerte, wünschte ich dem Kleintransporter eine defekte Bremsscheibe…und dachte „unter Adolf hätt’s das nicht gegeben, also ordnungsgemäße Bremswege…“und bewegte mich zum Fußball, der nun zu meinen Füßen lag, während mich die Kurzen erwartungsfroh anlächelten.

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