unterm Apfelbäumchen: der Wixer, der Glückstropfen, das Zugunglück

Grundsätzlich bin ich kein Wettermensch. Ich mag keine Sonne oder Regen oder Schnee, am liebsten mag ich kein Wetter.

Also Wetter, dass irgendwie nicht aussieht wie Wetter, sondern wie ein Pinata, wo man nicht weiß, mit was der gefüllt wurde. Silberfische, Sprengstoff oder Kuhmilch?, egal, hauptsache nicht mit Süßigkeiten.

Schaue in den Himmel und sehe kein Wetter. Also so Chemtrailstreifenwetter mit Strontium, Barium und Aluminium gefüllt, die sich solangsam in Richtung dreckig gelb über den Himmelsteppich erstrecken und wenn sie herabregnen uns alle töten, stand so in der Zeitung unter „Feinstaubbestäubung und mehr, reale Verschwörungen Teil 26“.

Schön sieht’s ja aus, diese todbringenden Streifen in Regenbogentarnfarben. Überlege wenn ich jetzt verstürbe, was wäre mein allerletzter Wunsch. Frage mich ob der allerletzte auch der letzte Wunsch wäre. Würde ich jetzt mit dem allerletzten Wunsch versterben, wäre es ja nicht der letzte Wunsch. Also kann ich, sobald ich „allerletzt“ schrieb, nicht mehr vom „letzten“ ausgehen, da ich ja verstarb. Oder habe ich wenn ich „allerletzt“ schreibe und noch nicht versterbe, 2 Wünsche frei, den letzten und allerletzten?

Wie ich es immer wieder schaffe mich selbst zu verwirren…

Also, was wäre mein letzter allerletzter Wunsch?

Ist gar nicht so einfach zu formulieren was für ein Wunsch das wäre, wenn dich dabei ein ca. 73jähriger, womöglich geistig behinderter Rentner anglotzend anstöhnt, während er neben dir auf der pinken Parkbank seinen Lachs liebevoll von Nord nach Süd streichelt.

Es war dabei suboptimal, dass ich seinen feuchten Atem im Gesicht spürte, während die geschickten Handbewegungen im Lendeninnenraum, Schwingungen auf meine Parkbank übertrugen.

Wollte kotzen, als mich sein feuchter Atem unterrichtete, dass seine Feinripp zu einem Stausee transformierte. Aber ich kotzte nicht, ich schlug diesem perversen Arschloch mit voller Wucht den imaginären Papierkorb über den Scheitel.

Überlegte wie es von außen betrachtet aussah: Ein degeneriertere Triebtäter der mit der Hand in der Hose stöhnend auf einer pinken Parkbank sitzt und ins Leere schaut, während sich über ihm ein Penner (ich) beugt, der in seinen Händen nur Luft hält und damit dem Ficker den Kopf spalten möchte.

Dachte jetzt an die Spätwerke von Kubrick, Caravaggio und Nußeis.

Der lustgeile Opa erschrak über meinen Angriff mit Luft und dachte wohl, da hat jemand noch weniger Tassen im Schrank als er selbst. Als er seine Hand aus der Hose urplötzlich zog und beim wegrennen die feinen zähen Glückstropfen in meine Richtung warf und ich dazu parallel genau in diesem Moment vor schrecken den Mund aufriss…

Die Woche danach war suboptimal.

Ich dachte immer Herpes kriegt man nur auf der Lippe, aber jetzt sah ich so aus, als ob mich die Beulenpest bald Gevatter Tod vorstellt, der mir genügsam lächelnd das „Du“ anbietet. Zumindest war der imaginäre 60 Liter Hubraum Papierkorb, nur zu 2/3 mit meiner Kotze gefüllt.

„Mein Leben als Bahnschranke fürn Hölleneingang“ dachte ich, als ich in der Ferne das Signalhorn eines Zuges vernahm und einen dumpfen Aufprall, mir wurde verteufelt heiß.

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.