Meine Abrechnung mit den Narren – Lesepflicht!

 

Einleitung

Ich schaue fast kein Fernsehen mehr, maximal Arte, 3Sat andere Sparten oder um mein Hirn durchzupusten, mal solche cineastischen Größen wie DSDS, Schlag den… oder Quizsendungen. Ich liebe jedoch Film und Anspruch, deshalb bin ich froh über jegliche Streamingdienste die ich oft nutze.

Ein anspruchsvolles Leben darf auch mal billig und dumm sein. Jedoch sollte dies, im besten Fall eine Ausnahme der Regel darstellen. Fast niemand spielt 24/7 Schach, manchmal reicht auch Flaschendrehn.

 

Hauptteil

Meine Erziehung sagte mir, hab Achtung und Respekt vor Anderen, Pupertät mal ausgenommen, da ist fast jedes Kind ein Arschloch oder Opfer, ich war ein Arschloch, aber davor und danach war mein Verhalten fast immer gleich, ich war kein Opfer aber auch kein Täter, ich war und bin höflich und nett, zumeist.

Ein Mitläufer ohne jemandem hinterherzulaufen, in meinem eigenen kleinen bescheidenen langweiligen kopfgrippalen Subuniversum.

Es war mir immer vollkommen wumpe wie ein Mensch wann und wo wie aussieht oder war. Ich hatte schon mit 17 schwule Freunde aber sie waren nicht schwul, sie waren einfach nur Mensch. Ich war immer offen, nach meinen weltweiten Reisen jedoch noch weltoffener. Ich schaue immer ins Herz und nie auf die Brieftasche oder das Sixpäck meine Gegenübers.

Bin unverkäuflich und stolz. Halte Damen die Tür auf sowie Herren. Mir ist ein angenehmes Miteinander wichtig und die Demut vor dem Leben und anderen Katastrophen.

Kunstbegriffe wie Best Ager, Super Size Model…sind alle scheisse. Fett sein ist scheisse, alt werden ist scheisse. Kenne beides, beides scheisse. Nichts macht was es soll, ob graue Haare, Schmierbauch beim Schuhezubinden, Nasenhaare, Prostata oder durchzechte Nacht, alles scheisse. Alt und fett werden fühlt sich scheisse, alt und fett an. Aber ich kann nix ändern, also ertrage ich diese Scheisse mit Anstand.

Die entartete Welt jedoch, die immer ein Feindbild braucht, weil das eigene Bild scheisse ist, egal ob aus religiösem, ästhetischem, intellektuellem Hintergrund ist mir so fremd wie ein Handy. Nutze seit Jahren tatsächlich keins mehr. Glaubt mir, diese Ruhe ist unbezahlbar. Kein Handy, keine narzisstischen Weltstars, auch ich nicht.

Anstatt sich über Dinge kritisch zu äußern, die aus diesem wilden Planeten eine gelebte Dystopie oder Utopie formten, ist der westliche Mensch mit nichts weiter beschäftigt, als sich ins kalte Scheinwerferlicht eines Smartphones zu drängeln. Entweder weil er glaubt besondere Fähigkeiten, besondere körperliche Eigenschaften (einbaute/tunte) oder besondere Hobbys zu besitzen.

Telegen kotzt er im Strahl Unsicherheit in die Welt wie die Glücksbärchis und wartet wie nach einem Heroinschuss auf die Streicheleinheiten der Communitiy auf Facebook, Insta, Youtube, Twitter oder der eigenen Homepage.

Einwurf

Mein Alltime Highlight: Geburtstagsgrüße, die von einer Maschine gemerkt, jedem „Freund“ vorgeschlagen werden durch die selbe Maschine und man sich bei den Menschen rührselig über die Maschine bedankt, weil es eine Maschine vorschlug und sich merkte, nicht das eigene Hirn, welches zum Hörer greifen würde und von Mensch zu Mensch sprechen würde, durch eine andere dümmere Maschine, aber wenigstens nicht in Druckschrift.

Mann könnte natürlich den Freund persönlich umarmen, was aber einen großen Aufwand erfordert, der in der täglichen Selbstdarstellung fehlen wird, da man dafür zuwenig Zeit hat, aufgrund der zeitaufwändigen Maschine.

Also gratuliert man über die Maschine möglichst schön, damit man selbst für das Gratulieren belohnt wird, also eine pharisäische narzisstische Handlung und keine humanistische, von den anderen fremden Gratulanten die auch belohnt werden wollen über die Maschine, da es irgendwann egal ist wer Geburtstag hatte, hauptsache „geil“ über die Maschine gratuliert. Ballermann in Bites und Bytes.

Anmerkung des Verfassers: „Mehrfachlesen des Abschnittes lohnt und macht schlau“

Und wenn dies alles nicht vorhanden ist, dann kann man ja wenigstens noch irgendne unbekannte Frau zweckentfremdend vergewaltigend auf links drehen oder abstechen, Freiheit garantiert.

Die Gazette wird zum Follower und der Leser zum Interprèteur des konnotativen Narratives (Dieser Satz soll meine Klugheit hervorheben und den Leser verwirren)

Und wenn dies alles immer noch nix ist, dann zerrt man seinen neuen Partner ins Rampenlicht und macht Selbstporträts, Neusprech Selfies, wie glücklich man ist oder war oder sein will. „Wir im Urlaub, wir beim Arschficken, wir beim Nutella-Eis schlecken, wir auf der Terasse, wir beim Fernsehgucken, wir beim lesen was wir schrieben“…

Hauptsache auffallen, egal wie.

Hauptsache teilen, egal wie.

Hauptsache es allen sagen, egal wie.

Hauptsache keine Geheimnisse mehr, egal wie.

Hauptsache dagegen, egal wie.

Hauptsache dafür, egal wie.

Hauptsache Anerkennung.

Sage mir bitte noch einmal wann du wo was zu Abend isst oder sahst oder aßt, sprachst oder fraßt. Es interessiert mich einen Dreck, aber da ich so unsicher bin werde ich es liken, damit nicht die Gefahr bestünde, dass du es nicht likesd, wenn ich den selben Inhalt teile, wann ich was sah, oder esse, aß oder fraß.

Würde man mit Emoticons oder Gefällt Mir‘s die Abholzung des Regenwaldes, die Palmöl Plantagen, die Hungersnöte in Afrika, die Verbrennungen hinduistischer Frauen weil sie Frauen sind verhindern, es gelänge. Aber das ist jenseits der Prioritätenliste der eigenen Abstraktion in einen Star der A,B,C,D,E,F,G oder Z Promiklasse und wenn einen, wie bei Naddel, die Menschen nur noch bemitleiden, ist wenigstens DAS noch von Bedeutung und eine verquere Vorstellung von Zuneigung.

 

Letzter Akt

Jetzt könnte man mir zurecht vorwerfen, dass ich ja auch nix anders mach’. Jedoch, so leid es mir tut, ich bin wirklich zu doof für andere Dinge außer Worte schreiben und Fotos schießen. Für die wirklich wichtigen Momente des modernen Lebens bin ich absolut ungeeignet, ein Amateur der alten Schule. Der Catweazle der urbanen Kleinstadtmetropole. Richtet mich ruhig, ich halt’s zwar nicht aus, aber wenigstens mache ich einen dabei glücklich und dies ist, dass allerwichtigste auf Erden:

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