unterm Apfelbäumchen: die Bombenexplosion (Teil 2) und sie sangen…


…es brannte immer noch. Der schwarze Rauch zog in den Himmel und vermengte sich mit hellen Wolkenbergen. Der Notarzt schaute mir in die Augen und in den Rachen, er nickte selbstzufrieden.

Komisch ist es schon, da ein sich selbst in Rage drehender Rasenmäher kaum meine Pupillen oder Gaumenfreuden ruinieren könnte. „Untersuchen se mal lieber das Zebra“ sagte ich und zeigte besorgt auf den Zebrastreifen. Der Notarzt nickte selbstzufrieden und grüßte einen Polizeibeamten mit einem Scheibenwischer.

„Schlimmer wirds nicht mehr“, sagte der Doktor und streichelte über meine Schulter als es “Was…st…passiert…“ von der Barre röchelte. Der Klumpen Mensch mit dem Sprenggürtel wollte einfach nich abtreten und hustete jetzt zähe Blutklumpen auf den Boden. Seinem Unterkörper fehlte ein halbes rechtes Bein, dafür hatte er wenigstens noch beide Arme, jedoch nur noch eine Hand mit 2 Fingern. Die Andere wurde einem der bellenden Hunde aus dem Maul gezogen, der wohl auch mal SchnickSchnackSchnuck spielen wollte.

Wie der noch Leben kann, beachtlich. Jetzt zwinkerte er mir zu und sagte kratzig wispernd„Kommen….sie…mal…..näh..er…..“. Ich legte mein Ohr an seinen Mund, als plötzlich seine Zunge ein- und wieder aus meinem Mund austrat. Flatternd und rasselnd wie der Schwanz einer Klapperschlange…

Scheißgebadet erwachte ich. Mein Rücken war pitschnass und meine Hände zitterten wie ein Thermomix auf höchster Shaker Stufe. Meine Augen waren feucht. Auf meiner linken Gesichtshälfte durchzog sich der Abdruck von Parkholzplanken wie bei einem Steak vom Holzkohlengrill (Wer jetzt Hunger bekam, darf diese Seite nur noch in Begleitung des „psychiatrischen Dienstes, Kannibalen e.V.“ besuchen).

Setzte mich aufrecht und bekam am linken Bein einen Tremor. Mein Blick wurde wie eine Vignettierung am Rande schwarz und Schweiß lief mir wie ein Bachrinsal über die Nasobialfalte am Mund vorbei und klatschte auf den Boden, der jetzt sofort rissig wurde und bebte. Kleinere Steinformation brachen aus und fielen ins bodenlose Schwarz. Der Boden war nun durchtränkt mit einem See von Schweißtropfen die mir jetzt bis über den Bauch, die Schulter bis unter die Nase krochen.

Über mir erschien urplötzlich eine unsichtbare Wand, die noch ungefähr 10 Zentimeterspiel zwischen Tränensee und Decke bildete. Ich fuchtelte mit den Armen und trank das Wasser, es schmeckte salzig wie das tote Meer und ich erkannte die Ironie des Wortspiels.

Irgendetwas zog mich jetzt am Bein und kopfunter versank ich in der salzigen Masse die jetzt fester wurde wie Treibsand und fester. Ich schmeckte kein Salz mehr sondern Erde, die meinem Mund füllte und mich Husten ließ.

Ich sah einen leichten Lichtschimmer über mir und kämpfte mich mit meinen Armen zum Himmel. Ich schluckte weiter Erde die jetzt fester wirkte, wie angerührter Zement in der Trockenphase. Meine Beine wurde schwächer, das Licht kam näher. „Ich schaffe es nicht“ durchströmte mich eine Stimme, die aus einem Tunnel voller Licht kam.

Mit letzter Kraft ruderte ich mit meinen Armen nach oben. Trat nach unten, spürte die sich festigende Masse, bekam Panik, trat, schrie, atmete Sand, schrie und durchstieß die Masse, bis ich wieder Sauerstoff spürte und Dreck ausspieh.

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Um mich herum Wahsuzigi, Frau Dings ihr Hund, der kleine Dicke Junge, der Jogger, die toten Streifenhörnchen und sie sangen gemeinsam „Happy Birthday to you…“und bliesen die Kerzen der Torte aus, in deren Mitte mein Kopf steckte.

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Ich zuckte hoch und hörte ein Autokorso mit hupenden Fahrzeugen.

Ein Traum in einem Traum, nur ein Traum! Erleichtert sank mein Kopf auf die Brust und ich vernahm von links, das knattern eines Rasenmähers im Automatikmodus…

 

 

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