Fußball WM 2018 und das Problem von euch Deutschen (betrifft jeden, bitte lesen)

Raus Raus, wir sind Raus.

Historisches wurde geschaffen. Leider diesmal nur in einer Abwärtsspirale. Von Anfang war erkennbar, welche Bausteine fehlten, welche kleinen Wehwechen drückten, wo der Turmbau zu Babel ein 9/11 werden würde, aber man baute weiter und unterdrückte den schon längst nicht mehr zu stoppenden Dominoeffekt.

Dabei kam heraus, wo der Schuh drückt oder besser, wo und wer die Sohle schon längst ablief. Dieses Szenario erinnert an „des Kaisers neue Kleider“. Man imaginiert ein Szenario, das nie vorhanden war, nur damit in einer Blase fernab jeder Realität alle zufrieden sind und keiner mit seiner individuellen Meinung, seinem subjektiven Gefühl als „Außenseiter mit Traute“ die Wahrheit ausspricht.

Es ist ein Sinnbild der deutschen Tugenden: Bockigkeit, fehlende Reflektion/Wahrhaftigkeit.

Lieber in Schönheit sterben als derjenige zu sein, der einfach mal die Sätze sagt, die aus dem Herzen über die Zunge das Papier einstanzen.

“Es tut mir leid“, „Es war mein Fehler“, „Ich bin enttäuscht“, „Ich fühle mich nicht wertgeschätzt“, „Ich habe Angst“, „Ich bin unsicher“, „Ich bin eifersüchtig“, „Ich fühle mich hilflos“, „Ich bin überfordert“, „Ich fühle mich nicht beachtet/geliebt“, „Ich lüge aus Unsicherheit“, „Ich kann nicht treu sein“, „Ich bin kein guter Mensch“, „Ich schlage dich, weil ich nie gelernt habe mit Problemen sachlich umzugehen“, „Ich habe ein Drogenproblem“, Ich bin spielsüchtig“, „Ich bin zu schwach um mich zu ändern“, „Ich verlasse dich, weil ich dich weiter verletzen werde und dies möchte ich nicht“.

All diese Sätze, die aus einem Menschen einen großen Menschen formen, weil sie, wahrhaftig ausgesprochen, Stärke beweisen und keine Schwäche, werden aus dem deutschen Satzbau defragmentiert und so dreht sich alles weiter und die Dominosteine fallen dem Ende entgegen:

“Dem vorzeitigen Aussscheiden eines Wettbewerbs“, „Dem Verlust des Arbeitsplatzes“, „Dem Ende einer Beziehung, einer Freundschaft“.

Dies ist jederzeit erweiterbar und zeigt nur die Wahrheit, hinter der Fassade des Kammerspiels „Beziehung, Job oder Freundschaft“.

Die „Not“lüge (gibt es diese Begrifflichkeit überhaupt in anderen Sprachen?), die Intrige, sind ein so fester Bestandteil der deutschen Seele, des Kulturgutes, dass dies postum immer  „gesellschaftlich akzeptiert“ wird wie eine „akademische Viertelstunde“; nicht hinterfragbar oder erklärbar, sondern rechtens. Wobei ihre Definition (wo beginnt und endet die Not“lüge“? und welche Not hatte man wirklich diese zu gebrauchen? ) schwangt, abhängig von der Abgewixtheit seines Erbauers.

Wir haben schon längst den Zenit der Lügenpose erreicht und können gar nicht anders mehr, als dieses fragile Kartenhaus aus Unwahrheiten mit weiteren Unwahrheiten zu mästen, weil die Angst vor dem Schritt des „endlich mal reine machens“ so weit weg erscheint und die Tragweite der danach folgenden Prozesse, unertragbar.

Aber was rede ich. Grundsätzlich solle man doch erst vor der eigenen Haustüre kehren, bevor man den Keller des Nachbarn durchstöbert, okay.

Ich habe gelogen, betrogen, Wahrheiten verdreht, mich in besseres Licht gestellt, war häufig unsicher, eifersüchtig und hatte kontrollfetischistische Phasen, habe gebrüllt und auf tote Gegenständen (vorher nicht lebend) eingeschlagen. E-mails gelesen, ´n Handy durchsucht das mich nix anging, aber…habe daraus gelernt, was das eigentlich Problem ist.

Das eigentliche und immer wiederkehrende, unausweichliche, nicht zu diskutierende zur Wahrheitsfindung dienende Problem bin Ich, nur Ich.

Ich war der Schlüssel, das Schloss, die Tür und wohin diese führt und in welchem Raum sie steht.

Ich bin Erschaffer und Zerstörer meiner eigenen, auch durch Erziehung und Genetik verursachten Welt. Ich kann lernen oder mich den Triggern hingeben und jammern.

Aber ich habe aufgehört anderen die Schuld für meine Defizite zu geben, erkenne mich mit meinen Unzulänglichkeiten an und ertrage die Reaktion, wenn man wieder mein äußeres „ein großer schwerer bärtiger Seeman aus Schrott und Korn“ liebt und mein inneres „ein feinfühlig leicht zerbrechlicher phantasievoller Peter Pan“ negiert.

Ich weiß wann es Zeit ist zu gehen, ohne Gram und Abwertung, weil man etwas wollte, was eine reine Projektion der eigenen Unzulänglichkeiten war/ist. Wo ich die Defizite meines Gegenübers nicht ergänzen, sondern nur füllen sollte. Ein Energievampirgesellschafter.

Deutschland ist in der Vorrunde der WM ausgeschieden. Gedemütigt, peinlich, sang- und klanglos, ohne Ehre, mit Schimpf- und Schande, ohne Gegenwehr und hat es danach nicht besser gemacht, weil es sich weggeduckt hat, keine Konsequenzen gezogen mit der Hoffnung es geht vorbei.

Jedoch nichts geht irgendwie vorbei, außer man stellt sich seinen Dämonen aufrichtig und erklärt sich. Das Ergebnis mag dann ernüchtern, aber der eigenen Weiterentwicklung wurde genüge getan.

Wer nicht scheitert, der entwickelt sich nicht weiter und wer sich den Konsequenzen seines niederträchtigen handelns nicht stellt, auch.

Einfach mal nackig machen. Wenn das schon Z Promis im Sommerhaus der Stars können, dann doch erst recht wir, ihr, du?

Oder nicht?

 

 

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