Der Reichsbürger in mir

Ganz ehrlich, unter Adolf war nicht alles schlecht. Immerhin kostete eine Kugel nicht 1,50 Euro, sondern nur das eigene Leben.

Die Menschen hatten alle Grundnahrungsbedürfnisse abgedeckt, durften auf dem Hof kalt duschen, hatten ein Radio und noch viel Zeit für Phantasie, siehe Konzentrationslager aber im Gegensatz zu heute weniger Humor.

Als ich über Weimar, Buchenwald besuchte und vor dem Eingang links eine Jugendherberge sah und rechts ein Café mit Devotionalien, fragte ich mich zurecht: Haben da Juden ihre Finger im Spiel? oder sind die Deutschen wirklich so gehässig?

Und im Zuge der jetzigen Özil Debatte, was er darf oder nicht, stellt sich mein innerer Goebels auf Record. Am liebsten würde ich alle erschießen die nicht meiner Meinung sind, aber das wäre suboptimal, weil es dann keine Sklaven mehr gäbe, die mir die Kugeln und ihre Opfer auf dem Silbertablet servierten.

Und ab wann ist man eigentlich „ein Reichsbürger?“, „ein rechter Gefährder?“, „ein Nazi?“, „ein Narrzist?“, „ein Ausländerhasser?“

Ist da so wie mit den „Deine Mutter ist so dick, wie…“ Witzen?

War Astrid Lindgren eine Anhängerin des Klu Klux Klans? Immerhin hatte die augenscheinlich was gegen Neger…

.  und was ist mit dem „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann…“ Spiel? Ein ganzes Volk durchsetzt aus rechtsradikaler Attitüde gepaart mit feiger Gehorsamkeit.

Negerkuss, Wiener Schnitzel, Zigeunerschnitzel, Buschmänner, Schwarze, Asylanten, Spaghettifresser, Sauerkrautfresser…dabei ist die Bezeichnung „Rechtspopulist“ eine erlaubte geduldete Bezeichnung für jemanden, den man nicht kennt aber aufgrund der eigenen subjektiven Analyse dort verortet.

Alles was mir also mißfällt und nicht meinem Gusto entspricht, darf ich in diesem Land, was einerseits so zart besaitet ist wie eine Jungfrau beim Gynäkologen, andererseits schon kafkaeske Züge besitzt, öffentlich sagen ohne von dem Staat, also der Judikativen, Exekutiven und Legislativen verfolgt zu werden.

Im Grunde genau das, was alle Völker unter einem Despoten oder einer Terrorherrschaft machen.

Genau also dass, wofür Diktatoren wie Talat Pasha, Adolf  Hitler, Josef Stalin, Kim Jong I’ll, Pol Pot, Idi Amin, Benito Mussolini, Al Bashir Omar, Augusto Pinochet, Francisco Franco, Iwan der Schreckliche oder Fidel Castro standen.

Wobei letzterer genau von DER Fraktion der Terroristen gefeiert wird, die sich als lammfromm bezeichnen und nur aus Not, ganze Straßenzüge anzünden und die Exekutive teilweise lebensbedrohlich mit Pflastersteinen verletzen. Alles legitim und staatlich abgesegnet. Ein Wolf im linken Schafspelz.

In meinem Leben hatte ich dutzende Gespräche mit Betreibern, Politikern und Führern der autonomen Szene, sobald man jedoch an dem Punkt der Argumentationsanalyse, des Faktenchecks, der Wissenportale ankommt, kommt immer das gleiche Argument…..nämlich keines. Null komma Null komma Null.

Wie ein renitenter Kleinwüchsiger wird mit dem eigenen Mist ohne Worte auf den Überbringer der schlechten Nachricht geworfen; dabei kann ich ja nix für die Geschichte und ihre Fäden. Ich bin die Schweiz, ein Cosmopolit mit kugelsicherer weißer Weste und Fahne.

In meinem Interesse war es sicher nicht, dass einer der größten Massenmörder, Klaus Barbie auch genannt „der Schlächter von Lyon“ vom BND (da die Franzosen ihn hängen wollten)  nach Südamerika gebracht wurde und er dort für uns gute Nazideutsche als IM arbeitete. Auch war es nicht in meinem Interesse, dass alle Altnazis die nicht im Schauprozess der Nürnberger Prozesse verurteilt wurden, ihre Pöstchen in allen Parteien bekamen, dumm gelaufen.

Und es ist tatsächlich auch nicht in meinem Interesse,

dass Linke sowie Rechte am Leben erhalten bleiben, staatlich subventioniert, damit sie sich gegenseitig die Möhre einschlagen und nicht auf die Mitte schauen, wo immer noch die gleichen Schurken das Land genügsam ausplündern und dabei singen „Es ist noch Suppe da“.

Während die Trümmeromi, die weder links noch rechts ist, sondern nur ein kuscheliges warmes Bett in der Mitte haben möchte, Flaschen sammelt und sich dabei zutiefst schämt, dass keine Suppe da ist, für sich, für dieses Land und seine Bürger, während genau diese auf unsere Omi zeigen, die sich nicht mehr wehren kann, da sie gebrechlich, verletzlich und krank ist.

Aber in dieser Welt der Na(rr)zisten ist kein Platz für Menschen, die sich nicht im Sonnenlicht der Eitelkeiten (r)ekeln. Die selbstverständlich genau wüßten, was zu machen ist, aber nur schnattern wie ein Negergänserich zur Brunftzeit und nie in die Hände spucken und anpacken wie unsere Trümmeromi.

Nennen wir sie Kofgrippes Trümmeromi, so war sie, meine Omi. Eine arme bescheidene lebenslustige vom Leben gezeichnete kleine schmale Frau, die sich nur noch eines im Alter wünschte:

„Dieses Leben mit Mon Cherie wegsaufen“

Jedoch ein abtreten in Würde war ihr nicht vergönnt. Aber damit ist sie ja nicht allein, nicht wahr?

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.