Maximilian, 9 Jahre, IQ 147: „Auch Mütter sind nur Menschen“

Wenn unsere heutige moderne Gesellschaft Nachholbedarf benötigt, dann im Umgang mit Hochbegabten gegenüber Vollidioten.

Hochbegabte werden durch das System weder ausreichend gefördert, noch verstanden oder richtig geschult. Im Gegensatz dazu werden Vollidioten (zumeist erkrankt am Dunning Kruger Effekt) durch das System hofiert, gefördert und geschult.

In unserem Fall fußt mein Kommentar auf einer sehr interessanten 3Sat Dokumentation über Maximilian, der in der ersten Klasse schon bis zu einer Billion zählte,  seine Klassenkameraden kamen genau bis zur Zahl 20.

Er wechselte am Ende der ersten Klasse in die vierte und ist jetzt auf einer weiterführenden Schule unter 14 bis 16jährigen Schülern, mit 9 Jahren. Sein Intelligenzquotient beträgt 147+. Durch seinen Uni-Mentor (Professor) wird er in Mathematik gefördert; ist aktuell auf dem geistigen Stand des zweiten Semesters im Studiengang Mathematik. Seine Matura (Abitur) schloss er mit 10 ab.

Die Dokumentation begleitet ihn ab seinem 10-11 Lebensjahr. In seinen, Maximilians Ausführungen über das Leben, merkt man seine klare analytische ungewöhnlich geschliffene Sprache. Er ist sich seines Inhalts bewußt, denkt strukturiert, ist handlungsschnell. Verbringt Zeit außerhalb der Mint Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) mit Theater, Videospielen, besucht Museen, ist fröhlich und lebensbejahend.

Jedoch gibt es im Gegensatz zu Kunst-, Mode- und Sporthochschulen in der Schweiz, dort ist er geboren, keine Förderung für Mint-Begabte. Auch in meiner Stadt existiert zwar eine private Hochbegabten-Förderstelle einer Bekannten, jedoch ist dies nicht staatlich/städtisch subventioniert. Hochbegabung steht nämlich nicht zwangsläufig im Kontext mit finanzstarken Eltern.

Auf den Punkt gebracht:

Ein Sportstar oder jemand der die Kunstszene/Modeszene bereichert, ist ein treffsicherer Protagonist für die yellow press und sexy für Fördergelder.

Ein Philosoph/Wissenschaftler/Analytiker, Menschen die sich für die Erfindung oder Revision von wichtigen Bausteinen des Lebens hergeben und forschen, sind zeitgenössisch unbedeutender als Bauer sucht Frau.

Der Vollidiot im Umkehrschluss, der keine Ecken/Kanten mehr besitzt, diese abschlief, oder nie besaß, wird durchgeschleust und im schlimmsten Fall durch das System geschützt. Politisch durchlässig wie Sand, Meinungsfest wie Gas, kompromissbereit wie Stahlbeton.

Auch wenn heutige Personen wie Stephane Hessel, Peter Scholl-Latour, Nigel Farage, Richard David Precht oder Wolfgang Bergmann in vielen Ressourcen Löchrigkeit anprangerten/anprangern, wird/wurde ihre Kompetenz zwar gehört, aber nicht als zukünftigen Denksansatz genutzt.

Will man sich in der Welt also behaupten ist es besser, man teilt die Meinung des Staatsfunkes und der Masse. Jede Abweichung durch die eigene Identität sollte besser verschwiegen werden. Individualität ist das neue „Nazi“, ja provokant.

Zurück zu Maximilian der sagt „Mir gefällt die Eleganz der Mathematik“ und ICH denke an Modeschöpfer, die ihre Models auf dem Pariser Catwalk in übergroßen Mülltüten laufen lassen und zwar nicht zur Schaffung eines Umweltbewußtseins, sondern weil sie es elegant finden und auch alle Rezipienten in erster Reihe, die tosenden Beifall für die bunten Mülltüten klatschen. Ein kafkaeskes Trauerspiel zwischen Dystopie und des Kaisers neue Kleider.

Während der Dokumentation erkenne ich parallelen zwischen Maximilian und mir, wobei ich in einem wissenschaftlichen Diskurs sichtlich unterlegen wäre. Nicht aufgrund der Lebensreife und breiten Wissensfülle, aber der kognitiven isolierten Wissenstiefe, die die promovierten und oder habilitierten Eltern von Maxi auch besitzen.

Er empfindet nämlich eine ganz besondere Faszination für die Astrophysik und deren mathematischer/physikalischer Grundlage. Ich empfinde ähnlich, aber nicht aufgrund der Mathematik und Physik die sich im Kosmos wiederspiegelt, sondern aus rein philosophischer Sichtweise. Jedoch ist dieser Aspekt bei ihm auch vorhanden, wird aber noch überdeckt durch sein mathematisches Genie.

Wir beide wollen wissen was dahinter ist und woher wir kommen. Hinterfrage ich den Urknall (Bing Bang), weil es mir intellektuell nicht möglich erscheint, dies erklärbar zu gestalten, da augenscheinlich aus dem Nichts nichts entstehen kann, ist Maximilian höchstwahrscheinlich mit der Antwort „Is so“ noch zufrieden. Dies wird sich ändern, vielleicht mit 10.

Auf die Frage, wie er reagierte als er in der Grundschule gemobbt wurde sagte er „Ich hatte keinen Lösungsansatz“. Mein Vorteil in der Grundschule war, ich war nicht erkennbar schlau.

Im Grunde gab es von damals zu heute wenig Parallelitäten. Zu meiner Schulzeit waren unterforderte Kinder/Jugendliche ein Tumor des Systems, wurden von Lehrern gegängelt und aussortiert. Ich besaß dazu keinerlei Eigenmotivation diese Mißstände zu verändern und verweigerte mich dieser Konformität, was sich dann in den Zeugnisnoten widerspiegelte.

Heutzutage wäre direkt der Schulpsychologe angetanzt, der früher noch „Rottweiler vom Hausmeister“ hieß.

Dieser Zustand hat sich tatsächlich geändert, leider auch dahingehend, dass fast jeder Vollidiot so den Pöter gepimpert bekommt und die Matura als Pro bono Geschenk obendrauf.

Die heutige im Vorfeld abgehaltene Abifeier gleicht vom Aufwand und der Lautstärke der zweiten Loveparade. Wir haben früher, rebellisch wie wir waren, Lehrer eingesperrt. Leider hat sich somit der gesellschaftliche Intellekt nicht reziprok sondern oppositär entwickelt. Die vielen Dummen werden immer dümmer, die handvoll Schlauen schlauer.

Deshalb generiert jedes Schulsystem auch fast nur noch Versager, die bei der ersten Konfrontation mit dem Ausbilder das Handtuch schmeißen oder sich  gar nicht erst um einen Job bemühen, da dies zuviel Arbeit erfordert und ja jeder Superstar werden kann, auch die allerdunkelsten Kerzen auf der Torte.

In dieser Melasse aus gut meinen aber schlecht machen, gehen die Förderungswilligen im Geschrei der Vollidioten unter, falls, die Eltern nicht protegiert sind. Die Protegierten (Reichen) widerum nutzen Privatschulen oder Internate, damit ihr Wildfang den Pöbel nur aus dem Wagenfenster sieht.

Ich konnte als Kind/Jugendlicher leider dem Pöbel nicht aus dem gehen, da ich selbst der Pöbel war, der die simpelsten mathematischen Abläufe negierte und mir Frauenbrüste bedeutender erschienen, als deren Winkelberechnung.

„Problematisch könnte die wegfallende Kindheit sein“, bemerkt der renommierte Schweizer Kinder- und Jugendpsychologe  Allan Guggenbühl. Die Konzentration eines Kindes auf einen kleinen elitären Erwachsenenkreis als Sozialierungsumfeld wäre kontraproduktiv, da viele Kinder durch fehlende Erfahrung/Interaktion mit anderen Kindern später depressiv oder wenig streßresistent werden könnten.

Er mahnt an, dass Hochbegabte sich oft isoliert fühlen,  da sie niemanden Gleichaltrigen zum Austausch finden. Zwar wäre es meiner Meinung nach möglich, über die Mensa (Vereinigung der Hochbegabten (IQ ab 130)) schlaue oder schlauere Gleichaltrige zu finden, jedoch dreht man sich dann wieder in seinem eigenen Subuniversum was im Gegensatz zur „Trivialität“ eines Kinderlebens steht.

Die Gefahr des Einsiedlerlebens ist gegeben und die Ausgrenzung der Gesellschaft, weil bei Klugheit, dumme Menschen aggressiv und neidisch werden. Survival of the Fittest von Charles Darwin richtet sich nicht nach der Hirn-, sondern ausschließlich nach der Muskelgröße. Was ich anhand meines Lebens bestätigen kann. Je mehr man sich als Individuum weiterentwickelt, gegensätzlich zur Gesellschaftsnorm, umso eher wird man ausgegrenzt oder als „komisch“ stigmatisiert.

Wenn man heutzutage von Diversifikation spricht, meint man Genderfizierung aber nicht Intelligenz, die in dieser verblödenden Gesellschaft ein Menetekel ist, da dich dein Vollidiotenumfeld entweder nicht versteht oder verstehen will. Dabei nutzt man nicht die Möglichkeit eines Dialogs, einer Frage, da dies die eigenen Fehler aufzeigen könnte, sondern wertet ab.

Dafür wurde das Internet geschaffen, damit Vollidioten mit geringem Geist, denen mit schlauem Geist, ihren ereignisarmen Rotz aufs Tablett ejakulieren können.

„Sie ist manchmal etwas genervt, sie hat aber eine lange Geduld, auch Mütter sind nur Menschen“, sagt Maxi. Und dabei fragt man sich trotz seines selbst definierten „sonnigen Gemüts“, ob er das was er gerade sagt auch empfindet, oder ob diese strukturierte Aussage nur der Cortex (Logik) entspricht und das limibische System (Emotion) gerade Pause hat. Nimmt er seine Mutter als Bezugsperson war, die er liebt oder nur Liebe simuliert? In keiner einzigen Szene der Doku sieht man Maxi verzweifelt, weinend, quengelnd. Er wirkt angepasst wie ein genormter biegbarer fröhlicher Kleiderständer.

“Thomas würde ich sagen, ist ein budhistischer Typ, so beschreibt er sich selber. Er meint er wäre sehr ausgeglichen“ sagt Maximilian über seinen Vater und bemerkt danach noch mit leichtem „mhmhmhmhmmhmh“, dass er dies eventuell anders sähe.

Der nachfolgende Dialog ist äußerst interessant, da ihm sein Vater, Thomas, eine Mythologie bei einem Museumsbesuch erzählt, wo ein Riese der auf einer Schildkröte steht die Erde trägt und Maxi logischerweise nachfragt „…und weiß man, worauf die unterste Schildkröte stand?“ und sein Vater antwortet „Nein, soweit hat niemand gefragt, 43 Schildkröten oder so…“. Was sagt dies über seinen Vater aus?

Endet die Antwort mit dem Interesse des Vaters? Warum wird ein Ende nicht philosophiert? Warum wird nicht nachgelesen, ob tatsächlich niemand jemals fragte? Weil es nur Kunst und keine Mathematik ist?

In folge des Bekandheitsgrades von Maximilian (eigenes Buch, Fernsehinterviews, Zeitungsartikel), schlugen den Eltern durch Foren und Mails, 98% Hasskommentare entgegen. „Rabeneltern, Egoisten, Klaut dem Kind die Kindheit“ waren einige der angenehmeren Formulierungen wo wir wieder im anonymisierten Internet wären und ihren Vollidioten.

Sehr wohl ist es hinterfragenswert, wenn ein zum Zeitpunkt der Dokumentation 11jähriger eine Biographie veröffentlicht (Ghostwriter Thomas (Vater)), man könnte auch die Notwendigkeit als „schweizer Käse“ bezeichnen. Löchrig durch ungelebtes, unerfahrenes Leben voller Mathematik und sonst nichts, was einen Schulaufsatz nicht von „Lebensmemoiren“ inhaltlich unterscheiden würde.

Maxi ist jetzt 15 Jahre. Foto nach zu urteilen scheint er ein schneidiger junger Mensch zu sein, der im besten Fall ein Leben zwischen Mathemtik und trivialen Interessen lebt. Für eine Imatrikulation in der Schweiz war er zu jung, er studiert aktuell in Frankreich, derren Sprache er perfekt beherrscht.

Er wird hoffentlich ein lebensbejahende Zukunft finden, da eine Hochbegabung kein Job, eher eine gesellschaftliche Bürde ist, wo Neid, Missgunst, Ablehnung eher anzutreffen ist, als Förderung, Beachtung und Interesse.

Bemerkenswert ist, dass er die typischen Wörter „Mami“ oder „Papi“ niemals sagte, sondern die Erzeugerin „Sie“ nennt und seinen Erzeuger „Thomas (Tom)“. Sehr abstrahiert von der Gefühlsebene eines „normalen“ Kindes, da diese Bezeichnungen der Verkindlichung auch fehlende Augenhöhe darstellen, da das Kind der Schutzbedürftige ist und nicht umgekehrt.

Vielleicht, ist er aber intellektuell mit 10 Jahren schon so weit, dass er das was wir als Abnabelung (Pupertät, Auszug) verstehen schon längst hinter sich ließ.

Eigentlich schade. Eine Kindheit…ohne Kindheit?

 

 

 

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2 Gedanken zu “Maximilian, 9 Jahre, IQ 147: „Auch Mütter sind nur Menschen“

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