Hambacher Forst – Die Irren haben Ausgang?

Kennt ihr das?

Diesen Treppenwitz, wenn du versuchst ein Wasserrohrloch mit einem Finger zu stopfen, während sich überall neue Löcher bilden?

Dieser Spaß, womöglich aus Didi Hallervordens Witzekiste bricht wie ein Tsunami über dieses Land und es gibt keine Ecken mehr wo es nicht brennt, doch, im Hambacher Forst, bei mir ums Eck gelegen und vor den Toren des Tagebaus Hambach, wo Dörfer von großen Bagern verschluckt werden/worden und sich riesige häßliche Löcher bilden, genannt Braunkohleabbau.

Es ist jedem angeraten, mal diese Löcher oder Ghostdörfer zu besuchen, ich fotografierte dort und es hat diesen Flair von Blair Witch meets The Ring. Unheimlich. Unheimliche Stimmung, gespenstische Atmo, als ob unter den eigenen Füßen etwas unheilvolles wartet um empor zu brechen und uns zu verschlingen, rülps.

Jetzt ist es ja so, dass da tatsächlich etwas unheilvolles wartet, allerdings von Menschenhand gezeugt. Monsterbagger, Gierigkeit und Größenwahn könnte man meinen, aber dies wird nicht stimmen, weil, es dient ja nur dem Wohle des heimeligen Kamins oder der Heizung oder was auch immer; Hauptsache es reimt sich auf Zerstörung.

Der Hambacher Forst ist einer der bedeutendsten Mischwälder Europas – über 12.00 Jahre alt. 226 Hektar groß, beheimatet über 140 geschützte endemische Tierarten. Die ältesten Bäume werden auf um die 350 Jahre geschätzt. Sozusagen eine grüne Lunge inmitten vom CO2 und Sendeantennen verseuchten nordrhein-westfälischen Großstadtdschungel. Ich wohne hier, ich kann’s bestätigen.

Da liegt es doch näher, genau dieses Stück Natur zu bewahren, zu hüten, zu be schützen. Es zu nutzen und dankbar zu sein, dass wir solch‘ einen Schatz besitzen.

The Mensch: Aus dem Nichts über den Einzeller, hin zum Affen über den Neandertaler zum Erfinder und wieder ins Nichts. Das ist ein Weltrekord, den keine Spezies so ohne fremde Hilfe je schaffte, noch nicht mal der Stein des Anstoßes.

Und diese unsere Dankbarkeit ist so groß, dass wir nicht nur den Wald beschützen, nein, wir sorgen sogar dafür, dass die chinesischen Bleistifte von der Kirmeslosbude nicht ausgehn, Schalala lala lala la…

Der Mensch, wir, sind wirklich die größte Katastrophe zwischen Atom- und Wasserstoffbombe. 000, geschüttelt, nicht gerührt:

Eine Priese Polonium hier, etwas Jod-131 da,  zwei Telöffel Strontium-90, 150 Gramm Cäsium-137 und ganz viel Plutonium-239, fertig ist der Mittagstisch mit Halbwertzeiten von über 10.000 Jahren, Juchhei…

Grundsätzlich ist es schon richtig, genau den Ast abzusägen, auf dem augenscheinlich nur die Anderen sitzen. Schlecht wird’s dann, wenn KEIN Ast mehr zur Verfügung steht.

Jetzt haben sich ein paar knorke Umweltaktivsten, ca. 150 gute Ökos, gedacht, bauen wir mal n paar Baumhäuser und besetzen Mutter Natur. Grunsätzlich bin ich nicht gegen den Verzehr von Marihuana, aber wenn man davon zuviel auf die Fontanelle schmiert, kann schonmal der Größenwahn aus nem Scheinriesen einen Zyklopen formen.

So wurden heute die ersten Catweazles abgeführt, von Polizisten in G20 Montur, denen wohl keiner sagte, dass die Baumumarmer Birkenstock tragen und keine Birkenknüppel.

Diesem Wahnsinn des Raubbaus an Mother Nature, kann ich zumindest nur mit blanker gehäßiger Ironie begegnen, sonst würde ich auch mal nen Flächenbrand entzünden und nicht nur n Tip.

 

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