Die unerträgliche Klugheit des Seins

Zuweilen verzweifel ich, ich geb’s zu, dies fällt mir schwer. Ich verzweifle, weil ich mich nicht wahrgenommen fühle, in einer Welt, die fast keine Attribute der meinigen Welt mehr teilt.

Ich bin wie ein X in einer Suppe voller Umlaute, voller Vokale.

Du abstrahierst das Leben der Anderen aus der Metaebene und siehst sie gröhlen und kichern, ficken und lästern. Während sie sich übers Wetter aufregen oder ihre Beziehung oder ihre Eltern oder über den neuen Prada Pulli.

Sie sind abseits deiner Norm, die du nicht wähltest, weil du ein Opfer der Genetik & Neugierde bist. Und wenn sie etwas schlaues sagen, dann prüfe und stelle fest, es stimmt nie oder nur zum Teil.

Wie Mitesser plustern sie sich auf und werden mit ihrer rabenschwarzen Seele ausgedrückt, ausgepresst und spätestens in einem Monat sind sie wieder mit dieser talgigen Masse gefüllt, was sich Wohlstandsproblematik/Ehrenlosigkeit nennt.

Sie betrügen und lügen dich täglich an. Erfinden und ergötzen sich am Leid der Anderen. Sind Moralapostel, Anschwärzer und während sie ohne Kopf, Gernegroß schwadronierend aufgeplustert übers Parkett stolzieren, staune ich.

Ich staune mit wieviel Dummheit diese Fremdgänger, Betrüger und Schaumschläger gesegnet sind und wie es ihnen nichts ausmacht und diese Pandemie täglich neue Probanden infiziert und produziert und ich mir manchmal wünsche ich wäre Patient 0 oder wenigstens nicht resistent.

Und ich schaue von oben herab und mir wird kalt, vor fehlendem Heldenmut, vor fehlendem Anstand oder Rückendeckung. Und je tiefer sie in ihrer Moral versinken, je tiefer die Sonne die Felsspalte Ihres Balztanzes erreicht, umso lauter wird ihr Getöse.

Und rechts von dieser Masse sehe ich auf einem kleinen Hügel schlaue sensible Invalide. Sie schauen in die Spalte und frieren, anstatt sich gegenseitig Wärme zu spenden, in diesen frostigen Tagen.

Wann der westliche Mensch das wesentliche des Menschseins verlor, ist mir nicht bekannt. Gestern, vorgestern, vor 10 Jahren?

Ich sehe nur zu. Von oben herab, wo die Luft noch klar, aber die Luft auch kühler ist.

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