Ich wurde gestern Nacht fast erschossen!!

Ihr glaubt es kaum, aber es ist wahr. Ich bin kein ängstlicher Mensch, aber ich saß heute in der Früh zitternd auf meiner Couch, noch ganz benommen von dem folgenden Ereignis.

Bin ja schon ein wenig paranoid und versuche immer meinen Rücken zu schützen, als mir nichts dir nichts…

Kann kaum drüber schreiben, wait….okay besser. Also gestern Nacht war ich draußen, bin halt sehr gerne in der Natur, Nähe Wald, als ich durch ein Gebüsch Laute vernahm. Dachte noch irgendein Tier, da spürte ich den Schmerz in der rechten Schulter. Ich verlor das Bewusstsein für ne Sekunde, sah schwarz, als zum Glück…

Kennt ihr das?

Das ganze Internet besteht nur noch aus clickbait und attention whoring, auf Deutsch „Verarschüberschriften von Maulhuren“.

Es ist egal ob auf Twitch, YouTube, Facebook oder Printmedien. Vorreiter sind diese Käseblättchen für 0,60cent beim Penny um’s Eck, die auf der Frontseite Textblasen wie aus der Feder des Egmont Verlags haben:

„Rumms“ „Bummms“ „Klatschhhh“ „Tschänggg“ „Kladusch“ „Fuppp“ „LOL“ „RATSCH“ „KLATSCH“ „PENG“

oder anders ausgedrückt:

“… oben ohne“, „Krach bei den….“, „Alptraum, dieses Schicksal muss…. ertragen“, „Wie konnte Er sie nur so hintergehen“, „Immer diese Hasstiraden von….. im….“, „Warum tut er ihr DAS an“, „Wie sie jetzt unter…. leiden“, „Die traurige Wahrheit über….“, „Das dunkle Geheimnis der…..“, Betrogen, gedemütigt, was wird nun aus….“

Liest man die Texte hinter der Schlagzeile, geht es zumeist um fehlende Schminke, abgebrochene Fingernägel, versalzene Speisen oder falsche Zähne.

Aber warum bedient sich die schreibende Zunft dieser unethischen Mittel?

Die Presse zittert vor der weglaufenden Zielgruppe und erfindet sich und ihre Geschichtchen Neu. Nicht, dass z.b. das Bauernopfer Claas Relotius da eine Ausnahme wäre, er ist/war nur der bessere Münchhausen in der Welt der Schwadroneure, Luftzieher, Labbertaschen, Lügenbarone. Er eignete sich bestens als Feindbild, dabei bediente er nur seine Kundschaft mit der gewünschten Droge die eines bringt und brachte, Auflage. Und nur darum geht es. Wer glaubt Journalismus hat etwas von Wahrheit oder Rechtschaffenheit der irrt. Mehr Journal, als (Real)ismus.

The Black Sheep wurde gefunden, gehängt, halal(i).

„The toothpaste is out of the tube“ würden die Amis sagen oder auf Deutsch „Das Kind ist in den Brunnen gefallen“. The Story Ends und alle sind Opfer und nur einer Täter. Diese Gleichung funktioniert bei Systemlingen aber nicht bei klugen Köpfen. Die Recherchearbeit eines Journalisten läuft in einer Redaktion durchfiele (Vorsicht schlechter Wortwitz) Hände, vom Ressortleiter, über den CvD (Chef vom Dienst) bis zum DPP (Bereich der die Seiten setzt) und dem Drucker (die menschliche Variante) der sich für die richtige Druckmaschinenfarbe verantwortlich zeichnet.

Weiß ich, weil ich in all diesen Bereichen beruflich schon tätig war oder sie in meine Arbeitprozesse integrierte, aus Neugierde.

Zurück zur „Lügenpresse“:

Das es Usus ist, den geneigten Leser täglich zu verarschen und es nur noch wenige Magazine gibt, siehe als Glanzstück die Neue Züricher Zeitung (NZZ), die Anspruch nicht mit Phantasie konterkariert, ist trauriger, am traurigsten. Aber Geiz ist ja bekanntlich Enddarm geil.

Das es aber tatsächlich eine Möglichkeit gäbe, aus der Blase der Lügenkonstrukte auszubrechen zeigen Alternativmedien. Diese jedoch, werden von den gelangweilten 6 Verlägen die Deutschland regieren immer noch belächelt, bekämpft, trotz eigener schwindender Umsatzzahlen.

Der neuere Versuch, angeblich substanzielle Inhalte hinter einer Paywall (Bezahlartikel) zu verstecken, scheitert am Suppengrüninhalt. In Zeiten, wo der Nachwuchs anderen beim Furzen, Kotzen und Saufen in YouTube-Live-Streams folgt und zwar zu Tausenden, wird sich keiner dafür interessieren, ob Michael Schumacher jetzt eine Pflegerin weniger braucht und wie die heißt oder welches Köperteil Heidi jetzt an ihrem Petermann am attraktivsten findet.

Das Dilemma des gewollten verlogenen Anspruchs fickt Wirklichkeit und ist nur zu verändern, wenn man wirklich Anspruch böte. Anspruch der die Wirklichkeit mal nicht fickt, also keine Abziehbilder serviert a la:

„Putin ist böse“, „Wer nicht Links ist, ist Nazi“, „In China essen sie Hunde“, „Assad der Fassbomben Schlächter“, „Der deutsche Osten ist voller Nazis“, „Alle Zionisten sind tolle Menschen“, sondern mal Qualitätsjournalismus, der gerne den etablierten Claqueuren unangenehm schmecken darf.

Wer nur serviert was der eigenen Volks-Narrativ-Agenda entspricht und dabei geopolitische transatlantische Propaganda betreibt, braucht sich nicht wundern, wenn ihn niemand mehr ernst nimmt.

Im Circle of Dignity von Rolf Dobelli, also dem eigenen subjektiven Konstrukt von Ethik (Präferenzen/Prinzipien), das keiner objektiven Überprüfung folgt, bleibt man Gast im eigenen offenen Käfig. Zur Quelle schwimmen ist freilich unbequemer als mit dem Strom, oder:

„Alles außerhalb meiner Denk-Lebensblase ist falsch und gelogen“, kann man denken, bleibt dabei auf der Strecke.

Ist objektiver ehrlich kritischer Journalismus also tot?

Nein, aber die großen Redaktionen sind es, die sich selbst einer Agenda unterwerfen, die weder objektiv noch wahr ist, sondern nur liefert wie bestellt, zwar nicht mehr für die Masse, aber für die Eliten mit altem Geld.

Selbst erlebte ich das Dilemma, als ich einen Kommentar zum Zustand des Internets im Umgang mit Ausländern/Flüchtlingen für ein Printmagazin als Freelancer erstellte. Der Text verschwand,ich wurde nicht bezahlt. Es gab keine persönliche Begründung. Die Ressortleiterin Kultur ließ sich verleugnen. Ihre Begründung erfuhr ich über Dritte: „Mein Text würde dem Anspruch des Käseblattes nicht gerecht“ und sie hatte recht.

War mein Kommentar doch objektiv, ehrlich, dabei minimalst kritisch. Dies jedoch, also zu sagen, dass nicht jeder Flüchtling ein Raketenwissenschaftler ist, war schon over the top für die Vorweihnachtsausgabe im Kuschelkursländle BRD.

Dabei vergaß ich die ganzen Trittbrettfahrer, die sich für Journalisten halten, weil sie schreiben können. Ich zum Beispiel kann ja auch singen, logisch da ich nicht stumm bin. Die Geräusche die ich dabei jedoch produziere, könnten als Foltermethoden in Guantanamo dienen, oder einen „Flüchtling dazu bringen, jetzt wirklich 1000,- Euro abzugeben die er auf der Straße fand“.

Diese Pressenummer war übrigens aus welcher Feder? Genau, ihr ahnt es schon. Leider Fake, attention whoring, clickbait, wo wir wieder bei meiner Überschrift wären nämlich der Auflösung des Klappentextes.

Ja, ich spielte das Videospiel Red Dead Redemption 2 auf der Xbox One X und ein Sheriff hat mich beim Häuten eines Rindes in der Wildnis erwischt und verletzt.

So öde und traurig, kann die Realität hinter dem Zerrspiegel „Welt“ sein…

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