Wie Smegma eigentlich Koreaner?

Wenn man sich für einen Moment aus der eigenen Komfortzone rausdenkt und sich in eine Metaebene bewegt, sich also die Welt von „Oben“ ansieht könnte auffallen, dass wir, wir industriell kapitalistischen Menschen, nicht mehr viel mit dem Ursprung des Menschseins zu schaffen haben.

Wir begegnen der Welt fast nur noch durch einen digitalen Filter und kennen nicht mal mehr unsere Nachbarn, aber sind vielleicht mit jemandem über Facebook aus Korea befreundet, weil wir mal nen Beitrag likten und er daraufhin eine Freundschaftsanfrage schickte.

Digitales Annehmen ist ja einfacher als analoges Müll runter tragen.

Wir kennen weder seine Familie, seine Sozialisation, verstehen nicht die Kultur, noch weniger seine Sorgen, aber wir sehen sein Gesicht häufiger, als dass unserer Nachbarin. Wir sind zu sozialen Eremiten, parallel zu digitalen Cosmopoliten geworden.

Vom Schmetterling zur Raupe zur Verpuppung.

Und während uns eingetrichtert wird, was wichtig ist und was nicht. Während Manager, Vorstände, Globalisten und Transatlantiker, dieses ganze Geschmeiss an geldgierigen Aasfressern unser kurzes Leben bestimmen und

wir folgen, weil alle folgen, weil in allen Folgen alle Alle verfolgen und keiner folgerichtig „Entfolgt!“ erfolgreich verfolgt sondern weiterhin „folgt!“ folgt, verpassen wir wie Frau Schulze von Nebenan ihrem Enkel Felix einen Kuss auf die linke Wange gibt, da der Bub gerade ne Eins in „Betragen“ bekam.

Und wir fragen uns, warum man UNS keine Eins in „Betragen“ gibt, sondern nur keine Gehaltserhöhung wenn wir uns perfekt „Betragen“ und werden wütend, warum immer DIE eine Gehaltserhöhung bekommen, die sich nämlich nicht „Betragen“.

Die aufsässigen, aufmüpfigen, auf Krawall-Gebürsteten. Die Stinker, Stänker, Lügner, Betrüger, die Bescheisser und Entgleiser.

Warum gerade die mit einer „Sechs“ in Betragen eine „Eins“ bei der Gehaltserhöhung bekommen, ja warum? Warum nur warum?

Und während wir neidvoll zusehen, wie unsere Facebookfreunde neue tolle Freunde bekommen, mit tollen Hobbies und tollen Partnern und tollen Urlauben und tollem Essen und tollen Haustieren und tollen Statusmeldungen wie „Sandra ist gerade beim Späti, Essen Krey“ oder „Jürgen ist als „sicher“ gemeldet, Ballenario 6“ oder irgendnem anderen lauen Fußkäse Smegma was sich auf niedrigem Ego reimt, hinterfragen wir unsere sinnvolle Existenz von individuellem analogen Glück in einer gleichgeschalteten digitalen Welt.

…weil es ja allen soviel besser geht als uns…

Und parallel weint gerade ein abgetriebenes Kind vom Rind, so Worte wie „Krawall“ und die anderen Rinder tonieren zusammen diese Welle an Schmerz „KRAWALL, KRAWALL“ und ein arabischer Muezzin schreit in seine Sprechmuschel „dies heißt „HALAL“ ihr sprachdefizitären Rindviecher“. Aber Rindviecher können doch schlecht hören wie Frau Schulze von Nebenan.

Wir kennen alle Frau Schulze von Nebenan und jeder hat Frau Schulze Nebenan. Frau Schulze von Nebenan ist die Schulze, die irgendwann dann mit dem Leichenwagen abtransportiert wird und wir denken „Mensch, Mensch,  hätte ich doch mal häufiger mit Frau Schulze von Nebenan gesprochen“ denken wir, während zeitgleich unser bester koreanischer Facebookfreund Jonghyin Cheong ein animiertes Gif bei Facebook hochlädt, wo spontan ein Sack Reis in Korea umkippt.

Und uns die Frage auf den Nägeln brennt, wie Jonghyin Cheongs Frau Schulze auf „koreanisch“ heißt und ob es gerade dort noch „sicher“ ist.

In diesen unruhigen, analogen sch(n)ulzigen Zeiten…

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