Der Hass im Internet – Shitstorm und Hatespeech

Als Cineast, Videogamer, Fotograf, Musikliebhaber und Journalist, ist das Internet, der Austausch diverser Meinungen, Interpretationen, mein täglich Brot. Ich lese sehr viel, leider verkommt der gelesene Inhalt in den letzten Jahren immer mehr zu einer Aneinanderreihung der sinnlosen Boshaftigkeit.

Die Anonymität erlaubt jedem noch so kleinen Depp, seine Meinung in sozialen Netzwerken ohne Konsequenzen kundzutun. Für wahr ist es nicht falsch, dass ehemalige Mobbingopfer abseits klassischer Schönheitsideale in Geist, Kultur und Optik auch mal mitpinkeln dürfen, leider ist das gravierende Problem, dass ihr Verstand anstatt katalysiertem Diesel, influenzierten Stickstoff ausstößt.

Und da das Netz nicht zwischen Profis und Amateuren unterscheidet, wird jede Äußerung mit der gleichen Gewichtungspotenz bedacht: Blöd+Schlau=Durschnittsbegabt

Ich schrieb als Beispiel eine kurze unbedeutende Rezension zum großartigen Film mother! von Darren Aronovski:

welche hierauf traf:

Da bekommt das kleingeschriebene Adjektiv „abartig“ ne ganz neue Bedeutung und ich frag‘ mich, wer hier einen „Ab ar tickt“ hat. Der Rezensent, der Regisseur?, Amazon? Am besten gefällt mir die erste Bewertung (nicht meine), die in ihrem Postulat (Buchstabenschund), steht’s wiederholend nur aussagt: „ich verstand diesen Film nicht und deshalb ist der doof“.

Nicht falsch verstehen. Es obliegt jedem selbst, Kuhscheisse wie Marvel, DC, Transformers, John Wick oder Katastrophenfilme wie Schoko Mousse zu feiern; manche Damen fühlen sich ja auch durch einen Thaipennis voll befriedigt (Juristenwitz), aber es ist für einen Filmkenner eine Schande, dass diese Hirntanzakrobaten eine Bewertung abgeben dürfen, obwohl sie als Profi unbrauchbar sind. Da kann der Film oder der Regisseur jetzt nix dafür. Und auch wenn man das Genre scheisse findet, was ich intellektuell voll umfänglich verstehe, sollte erkennbar sein, ob es sich um Klasse oder Masse handelt, welchen man mag oder nicht.

Objektivität aus subjektivem Blickwinkel ist möglich, bei großer Fachkenntnis und offenem Verstand. Als Beispiel sei gesagt, dass mir grad keins einfällt. Mein Schoko Mousse aus den Federn von Winding Refn, Lars von Trier, Michael Haneke, Park Chan-wook, Oriol Paulo, Gaspar Noe, Danny Boyle, Tarsem Singh oder Giorgos Lanthimos schmeckt zu köstlich, als dass ich Zeit mit „Don’t breathe“ verschwende. Funfakt: Der blinde Haupdarsteller ist Oberbösewicht Stephen Lang alias Colonel Miles aus Avatar.

Zu meinem Pech ist die Erkenntnis des subjektiven Mittelmaßes, also zwischen ohrgastischer Begeisterung und absolutem Hass, nie vorhanden.

So wie ich nachvollziehen kann, warum Menschen „don‘t breath“ gut finden, ist er mir in der Handlung zu stereotyp, zu platt und nachvollziehbar. Wer kluge Filme ohne Vorhersehung möchte, schaut sich „Der unsichtbare Gast“, „Borgman“, „Ich darf nich schlafen“, „Das geheime Fenster“, „Oldboy“, Babadook“, „The Body, die Leiche“ oder „Geht raus ihr Idioten, die Sonne scheint“ an. Dies ist allerdings kein Celluloidproblem. Egal um welche Themen, um welches Hobby es sich handelt:

.der Vollpfosten serviert sein impotentes Ejakulat abseits deutscher Grammatik ohne intelligente Begründung.

.der Fan schreibt fast ein Essay, warum, wieso, weshalb, dieses Videospiel, diese CD, dieser Film oder dieses Bild hervorragend sei und des Konsums würdig.

Und irgendwie habe ich diesen merkwürdigen Verdacht, dass die meisten Stalker oder Hater, also diejenigen die nur zwischen Apathie und Manie fungieren, in ihrem seelischen Leben eher Nieten sind, die entweder nach unten kompensieren oder nach oben erhöhen und zwischen beiden Störungen kein Platz für Normalität herrscht.

Aber dieses Phänomen ist ja besonders in der verko(r)ksten Schlagerszene und ihren Ultrafans noch ausgeprägter. Wo man nur darauf wartet, dass irgendwann mal ein Discofox Star als Kotelett auf irgend’nem Teller eines Irren auser Lalawerkstatt landet.

 

 

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