Hobbyautoren oder die Langeweile einer unbefriedigten Hausfrau

Mir ist da schon klar, dass ich es mir mit 98% aller „Buchautorinnen“ vergrätze, aber einer sollte die Wahrheit aussprechen.

Warum Frauen, die in ihrem Leben nie einen Bezug zur Journaille hatten, außer dass sie mal n Buch von Pilcher und ihren Fiktionen lasen, jetzt unbedingt im Milfalter einen auf Bukowski machen müssen ist mir ein Rätsel.

Sie servieren wie ein Fastfood Flagstore, das immer gleich schmeckende Gericht, mit immer gleichen Merkmalen, als ob sie aus ner Hausfrauen-Klonfabrik kämen:

„Drama & Lüsternheit & Fantasie & Liebe“

Echt & immer. Es sättigt schon beim anschauen des E Buchcovers und egal, welche Buchstaben in welcher Reihenfolge draufgepappt wurden:

Eine feine, zumeist adlige oder verarmte distinguierte Witwe/Lady liegt in den sinnlichen Armen von irgendnem erfolgreichen Transgender ET Arzt/Schriftsteller/Entrepreneur/Weltumsegler, der aus einer anderen Welt stammt, Klempner gibts da nicht, um nur sie, zu retten. Dafür braucht man allerdings kein Buch:

Ikea, oberes Regal, 200×150 Keilrahmen, irgendwas mit großen Birnen, 8,99,- Euro mit Familienkarte…ritsch ratsch…

Früher putzten Frauen die Bude oder kochten 6 Gänge Menüs, wenn der Chef, der Brotverdiener nach Hause kam; empfangen ihn im seidenen Negligé als Aperitif, weils auf dem Herd noch 3 Minuten brutzeln muss. Jetzt sind sie zu höherem berufen, „it Girls der best ager“. Sind jetzt geschafft von dieser deepen erotisch knisternden Spannung ihres eigenen Postulats auf 400 Blankoseiten dank Yps Heft 34 und unsichtbarer Tinte. Feiern mit ihren 3,2 Fans auf Facebook die brisante Verkündung von Buch Nummer 4. Magnifique.

Es soll sogar so manche Dame vom Grill mit eigenen Autogrammkarten geben, hab ich gehört. Denis Scheck rutscht unterdessen auf diesem triefnassen Feuilleton Kitsch aus und bricht sich’s kritische Rückrat.

Ich mein, gut, könnte schlimmer sein. Sie könnten kochen oder n Schulmassaker veranstalten, wenn sie nicht selbst glaubten, dass ihr Satzbau zu mehr befähigt wäre als zum Lebensmitteleinkauf oder zum abputzen des Klopapiers nach dessen Verwendung. Nach…dessen…Verschwendung…

Aber wartet…gerade bekomme ich per Mikrowellenwaffe eine Eingebung….kurz…ich verarbeite diese geistreichen Schundgeschichtchen ausem Käseblattverlag…und schwups…ein Ei:

„Jennifer und die Zeitreise des kaiserlichen Alegors“, Band 1 bis 3 – Hirntotverlag – 1,23,- Euro.

Buch 1: Nachdem Jennifer ihren Samuel in den Armen hielt, der an einer Schlangenvergiftung starb, weil er sie, Jennifer, vor der Schlange, die eigentlich eine Ringelnatter-Zierholzleiste war, rettete, reiste sie in seine Zeit mit der Wuppertaler Schwebebahn: „Ding Dong, Mittelalter, dreifufzich“ und besorgte es „Richard“ und für Samuel den Gegengiftzauber, der auch noch nach dem Tode wirkt, wie immer. Wurmloch war aber zu!

Buch 2: Peitschenschläge knallen durch die düstere Nacht als Jennifer durch das Zeitloch zurückreist. Richard weint. Irgendwo klingen Glocken. Die Heinzelmännchen backen Flüsterbrot. Eine suizidal depressive Sternschnuppe singt „over the rainbow“ und vor dem Zeitschleifenzeitloch steht Peta Altmeia, putzt sich die Schuhe; überreicht einen Regenbogenblumenstrauss an Richard.

Buch 3: Jennifer ist zurück, trägt leider noch zeitgenössische Kleidung und wird flux in die örtliche Psychiatrie eingewiesen. Nach 4 Wochen Elektroschocktherapie & Lobotomie nennt sie sich Samuel, verläßt das Krankenhaus und geht zu Samuel und gibt ihm das orale Gegenmittel, tamam. Gegenmittel halten unendlich lange. Beide sind zutiefst verunsichert, weil ja jetzt alle Samuel heißen. Cut. „Sexual Healing“ von Marvin Gay ertönt von einer Schellackplatte, knister, knister.

Samuel 2 wird von Samuel 1 nun gefesselt, geknebelt und bestiegen. Gründe egal. . Beide Samuels haben ein Popoloch, das ist gut. Hasengerammelgeräusche vom Tonband.

Samuel 1 hat aber Heimweh nach Erde „Mittelalter Ding Dong dreifufzich“ und weint bittere Einhorn-Tränen. Der Paartherapeut, ein verkleidetes Fünfingerfaultier rät zur Flucht nach Erde 2.

Dramatik: Eine Sequenz aus „Halloweens“ Themetrack wird als Fuselteppich unter den Mainscore vom „Weißen Hai“ gelegt. Klingt jetzt wie „Modern Jazz Rückwärts“ für extraplanetare Kawingis (Kawingis sind eine Rasse, die aussieht wie ein kreisrundes Viereck in einer Dunkelkammer mit Röntgenblick).

Szenenwechsel: Beide Samuels raufen jetzt an einer maroden Lederpeitschen-Brücke über einem Tümpel, 7mal. Der Nebel umspielt ihre schönen Hallux valgus Zubehörteile. Einer will sich in der Pfütze ertränken, ein anderer denkt an den gesprenkelten Prengel von Richard und wird auf Peta Altmeia  eifersüchtig.

Gong…3 Jahreszeiten-Pizza wird aus dem Ofen geholt und dem Gatten serviert. Funghi ist labbrig, Salami knochentrocken und Spinachi angekokelt, wo wir wieder zu Jennifer die Samuel heißt kommen…Gong.

Jetzt urplötzlich, erscheint auf dem nebligen Tümpel ein Zeitloch in schimmernd bunten Farben, darüber blinkt ein petrolfarbenes Illuminatenschild: „Hier Mittelalterübergang, heute zum Seniorentellertarif und auch auf Tiernahrung“. In der Ferne jault ein Kojote.

Beide springen Hand in Hand durchs Wurmloch, welches sich wie ein pulsierendes orgiastisches Rektum leider zu schnell schließt.

„Nicht der Kojote und Samuel. „Die Samuels““

Samuel 2 bleibt mit dem Arsch im Wurmloch-Arsch in der Gegenwart stecken. Samuel 1 sieht Peta Altmeia am Eingang und grüßt schön. Samuel 2 stöhnt erotisch laut aus dem Wurmloch-Arsch im Mittelalter, aufgrund Fremdbestieg mit Polochverdickung im Arsch der Gegenwart. Ein Arsch, zwei Eingänge.

Scooter stimmt nun „Hyper, Hyperlink, Hyper“ an. Ein totes Xrhan‘gi el al fällt vom Baum. Xrhan‘gi el al’s sehen aus wie ein Reh, wenn es auf dem Teller liegt, nachdem man es as.

Samuel 1 überlegt, wie er diesen herausfordernden Fallstrick lösen kann und sieht aus der Ferne Richard auf einem Botox-Schimmel daherreiten. Er trägt eine naturfarbene unrasierte Boxershort mit kleinen dunkelgelben gesprenkelten Pimmelchen drauf. Ein Gewitter zuckt am Himmel. Samuel 2 stöhnt lauter.

Richard streckt seine Hand aus. Samuel 1 nimmt sie dankend an. Samuel 2 kommt. Peta Altmaia lächelt.

So und nicht anders schreibt man Bücher ihr Knichlichter*innen und jetzt, ab in den Dilettanten Ofen!

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