Atomkrieg im Kopf

Du gehst stehst in einer Häuserschlucht irgendwo im Nahen fernen Osten. Um dich herum reichhaltige Leichenfleischberge. Es stinkt nach süßlich verfaulter Haut, während labende Raben Augen ausgraben aus Augenhöhlen deiner Familienangehörigen die dort standen und jetzt verteilt lungernd rumliegen. Tod, aber faul.

Am Himmel dröhnt das sonore Drohnendröhnen. Du wartest dass es einschlägt, dass es zuschlägt, dass es endlich vorbei ist mit dem unendlich ungeduldig unschuldigen Leiden, weil du zwischen morbiden Ruinen, abgewetztem Klinker und Rauchschwaden nichts mehr siezt als Ihre Hand vor Augen weil du nichts mehr siehst als das Schwarz deiner Hand vor Augen weil du nichts mehr sehen willst.

 

Von rechts kreischt ein rhythmisches alarmierendes Alarmsignalkreischen, welches drohend dröhnend nach links verschwindet und nichts als einen Windhauch Asbach Uralt hinterläßt, der diesen leicht durchgebratenen Geruch von altem frischen jungen fermentiertem Fleisch in deine Nase treibt und sich dort fristend einnistet.

Dich, vergewaltigend mit dieser Essenz an Tod aus Dir vertreibt. Aber du kannst nicht aus Dir, aus Dir raus.

Du bist im hier gefangen zwischen Trümmern und Sirenen und Rauch und Schreien die sich so markerschütternd vermarkten ließen, wenn sie jemand schreiend brandmarktete.

Marke Made in Germany

Wieder dieser Windhauch, wieder dieser vertraute Geruch von Endlichkeit, als die Granate irgendeiner Drohne neben dir irgendwo irgendwann einschlug und deinen Körper verletzend zerfetzend in alle Winde trug und du als Samenkorn 1000qm nährst und du nicht nur starbst, sondern zerstört wurdest als ob du nie gebührend gebährend geboren währst.

Und dieses fiktive Szenario kein Happy End hat, weil niemand Blumen auf dein Grab legen kann oder lauernd trauert, weil alle starben, hier, verteilt in nervenzerfetzenden Fetzen.

Und du diesen Text liest und ihn bewertend wertest. Versuchst ihn in Ordner einzunorden, einzuverortend einortnend in Dir.

Oder du denkst an die hübschen Schuhe von Zalando. Ja, diese hübschen hübschen Zalando Schuhe oder halt an nix, wie immer, während über Dir ein leichter Windhauch wirkend weht und Braten aus der Röhre ohne Servietten serviert wird.

Und du dann im stehen weitergehst und diese Zeilen denkst und dich fragst warum? Das macht doch alles keinen Sinn, weil nie alles zerstört sein kann und es immer Hoffnung gibt wie die Schuhe von Zalando und niemand lebt in solch einer Dystopie, außer er ist schon lebendig Tod. Er ist schon auf 1000qm geistig streunend verstreut. Zerstört. Eigentlich unnütze verdorbene Ware. 1b.

Niemand will so leben, jeden Tag ohne neue Zalandoschuhe und ich doch nur sagen kann:

Ich nur fragend sagen kann: B2135BD8-56C6-44F2-BA33-473B8C9DAD49

“Warme welcome into my, brain?…“

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Ein Gedanke zu “Atomkrieg im Kopf

  1. Entweder hast Du solchen teerigen Schwarzmorast im Kopf, oder aber kein Hirn – bzw. lediglich solch ein Mainstream-Denkklümpchen, das lediglich zum fröhlichen zalandieren befähigt. Geist ist immer dunkel, wenn groß.

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