Herr Doktor, Herr Doktor, da steckt was unten links drin

Doktor: „Ja schau mal einer an, da hat sich ja ein Arschkriecher versteckt“

Als ich noch gesunden Verstandes war und nicht wie jetzt ein seelischer Krüppel mit Somatierungsschmerzen, durfte ich an Geschäftsmeetings teilnehmen. Man stelle sich mich wie 18 Jahre aussehend  in einer illustren Runde mit fast nur über 50jährigen Maschinenbauern vor.

Ihre Freude dass ich in ihrer Runde saß war so groß wie Uranmunition im Vorgarten. Sie hassten mich nur weil ich da war. Die Geschäftsführung wechselte, wir reden über ein Multi-Milliarden-Unternehmen, Dr. Ostermann ging, es kam Herr Dr. Bette. Hr. Dr. Bette war dafür bekannt besonders jähzornig zu sein, was wohl der Grund war, wieso ihm wirklich jeder (bis auf mein Chef (Personalchef)) ins Rektum kroch.

Auf dem Bild nur zum Vergleich im Gespräch mit Prof. Dr. Rita Süßmuth für meine Kulturseite/Radio – radioNE, reizende Dame, dies war 2012, ich mit 44 Jahren.

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Und dieses anbiedern und wegbeißen der Betriebsleiter & Hauptabteilungsleiter im Jahre 1998 war in allen Poren widerlich. Es entsprach in keiner Nuance meiner Vorstellung von Leben. Ich wollte nie mein Rückgrat aufgeben – nach oben lecken <> nach unten treten.

Ich war zu dieser Zeit auch für die Telekommunikation zuständig, Bosch, und ein MA des Bereichs Maschinenbau (Produktion) geriet in den Verdacht auf Kosten des Unternehmens schlüpfrige 0190 Nummern anzuwählen.

Ich fand’s heraus, er wurde fristlos entlassen.

Ich schämte mich. Ich wollte nie so sein. Ich hatte tatsächlich Mitgefühl mit dem Esel. Seine Schuld aber meine Empathie. Ich war bei Meetings dabei wo Sätze fielen wie „Die Suppe ist eh zu fett“ was meinte: „Sozialplan, Entlassungen“. Kriegssprache. Der Mensch als Verschiebemasse und Kennziffer des Controllings. Abstrahiert von seinen Lebensumständen wie Frau, Kinder, Haus, egal.

Ich war nie ein eiskalter Engel, eher Kate Winslet in Titanic. Damals durch und durch voller Liebe, Güte und Ehrlichkeit, was mir mehrmals das Genick brach. Und dann verstand ich meinen Platz in dieser Gesellschaft. Keiner sagte es, jedoch war ich weder das weiße noch das schwarze Schaaf, ich war das REGENBOGENEINHORN. Ich war der, der immer unbequemes Verständnis für Dinge hatte, die andere als Gegebenheit (negativ oder positiv konnotiert) hinnahmen.

Meine Weltreisen machten mich zu einem Cosmopoliten der zuhört, empfindet, versteht und sich nicht wichtig nimmt. Zumeist sogar zu unwichtig. Aber besser so, als anders. Ich erkannte wie begrenzt die Zeit auf Erden ist und dass es egal ist wie ich lebe, weil ich irgendwann nicht mehr leben werde, jeder wird dieses Schicksal erleben.

Zum Abschluss sei gesagt, dass man sich entscheiden muss, ist man ein „Edelmann seiner Selbstwillen“ oder doch nur ein FremdKörper der in einem fremden Körper steckt. Niemals weggucken, niemals still akzeptieren. Wenn keiner den Mund aufmacht -> einschreiten. Kein Voyeur, sondern Helfer in der Not, mit den eigenen begrenzten Möglichkeiten.

Dass ich meinen Mund immer dann aufmachte wenn andere schwiegen, hat nie zum eigenen Vorteil gereicht, im Gegenteil. Dieses Land belohnt Denunzianten und verurteilt Mut. Egal ob ich mich für sozialschwache Kids, für Migration oder Kriegsomis einsetzte. Egal wieviele hunderte Stunden ich fürs Ehrenamt schon investierte, es interessiert niemanden. Wer schweigt, entgeht jedem Wind von Vorne.

Was will man sein?

Links oder Rechts oder Mitte?

Alles zu bekommen ist unmöglich. Jede Entscheidung bedeutet gesellschaftliche, persönliche, berufliche Konsequenzen. Mein Gedanke: „ich möchte irgendwann auf mein Leben blicken können und mich nur eins nicht, schämen müssen“

2 Gedanken zu “Herr Doktor, Herr Doktor, da steckt was unten links drin

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